Donnerstag, 23. November 2017
-   ZUKUNFTSFRAGEN

Günther Schermer, Martin Kulla und Karoline Slota

Die in den letzten Monaten aufkeimende Debatte um die europäische Schiefergasförderung durch das sog. „Fracking“ löst aufgrund der Umweltrisiken Proteste bei Umweltschützern und in der Bevölkerung aus. Demgegenüber steht das amerikanische Beispiel, das belegt, dass sich die Förderung entsprechender Mengen Schiefergas lohnen kann. Energieautarkie und sinkende Gaspreise haben positive Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort und können zu wichtigen Wettbewerbsvorteilen für die Volkswirtschaft führen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob es durch Schiefergasförderung in Europa eine ähnliche Entwicklung geben kann wie in den USA? Analysen und Szenarienrechnungen zeigen, dass sich durch Schiefergasförderung neue Marktstrukturen und Veränderungen der europäischen Gasversorgungsstruktur ergeben werden, das Ausmaß der Veränderung jedoch von der amerikanischen Entwicklung stark abweichen wird.

Frank-Rainer Töpfer und Giannina Kreutz

Die Bundesregierung hat mit ihren Gesetzen zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und dem Kernenergieausstieg entscheidende energiepolitische Weichen für eine Energiewende gestellt. Die Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Erdgasquellen könnte bei der Umsetzung helfen und dabei auch einen Beitrag für eine autonomere Energieversorgung in Deutschland leisten. Nach intensiven Diskussionen in der Öffentlichkeit und unter Fachleuten haben sich Bundesumwelt- und Wirtschaftsminister auf den Text einer Verordnung zur Gewinnung unkonventioneller Gasvorkommen mittels Hydraulic Fracturing (Fracking) geeinigt. Eine nüchterne Abwägung der Risiken und Chancen dieser Technologie zur Erschließung unkonventioneller Erdgasquellen ergibt ein in vielerlei Hinsicht differenziertes Bild. Es wird aber deutlich, dass letztendlich trotz aller Risiken ein Fracking in Deutschland unter strengen Auflagen möglich ist.

US-Schiefergasboom setzt den Wirtschaftsstandort Europa unter Druck

Der Schiefergasboom in den USA hat Folgen. Zum einen bringt er Vorteile und gute Aussichten für die Vereinigten Staaten, die auf vergleichsweise billiges Erdgas zurückgreifen können und durch den Switch von der Kohle- zur Gasverstromung auch niedrigere Strompreise verzeichnen. Diese können damit eine (Re-)Industrialisierung antreiben, die zudem nachhaltiger als zuvor ist. Zum anderen resultieren daraus dauerhafte Wettbewerbsnachteile für die europäische Industrie, insbesondere für die deutsche. Dies zeigt das diesjährige Schwerpunktkapitel der Publikation „Energie für Deutschland 2013“ des Weltenergierat – Deutschland, die am 19.6. in Berlin vorgestellt wurde.

Eine tragfähige Strategie für die EU-Klimaschutzpolitik kann langfristig wohl nur im Konsens aller Mitgliedstaaten gelingen. Das im Stromsektor stark auf Kohle basierende Polen gilt als Bremser in der EU-Klimadebatte. Was steckt dahinter? Um den Standpunkt des Partnerlandes kennenzulernen, sprach „et“ mit Janusz Reiter, der 1990–1995 polnischer Botschafter in Deutschland war. Er ist heute Präsident des von ihm 1996 gegründeten Center for International Relations (CIR), Warschau, einem unabhängigen Think Tank für Außen- und Sicherheitspolitik.

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