Donnerstag, 23. November 2017
-   ZUKUNFTSFRAGEN

Heidi Heinrichs, Thiemo Pesch, Jürgen-Friedrich Hake und Dag Martinsen

Das Energiekonzept der deutschen Bundesregierung und der Netzentwicklungsplan 2012 der Bundesnetzagentur beschreiben die Zukunft des deutschen Energiesystems und insbesondere der Elektrizitätsversorgung. Bei genauerer Betrachtung wird ersichtlich, dass die dort aufgezeigten Zukunftsprojektionen deutliche Unterschiede aufweisen. Ein Szenarienvergleich mithilfe des Energiesystemmodells IKARUS zeigt, dass diese Unterschiede für die Entwicklung des gesamten deutschen Energiesystems nicht vernachlässigbar sind. Dies betrifft insbesondere die zukünftigen Kraftwerkskapazitäten, die CO2-Emissionen sowie die jährlich anfallenden Transformationskosten.

Für die Erreichung deutscher und europäischer energie- und klimapolitischer Ziele spielt Deutschlands Energieland Nr. 1, Nordrhein-Westfalen, eine entscheidende Rolle. Die Landesregierung hatte zur Zeit der Energiewendebeschlüsse im Bund entschieden, die Treibhausgasemissionen in NRW bis zum Jahr 2020 um mindestens 25 % und bis 2050 um mindestens 80 % gegenüber 1990 zu reduzieren und dies im Januar dieses Jahres in einem eigenen Klimaschutzgesetz festgeschrieben. Was bedeutet das für die Industrie im Lande, bspw. die Stahlbranche, sowie für einen wichtigen Pfeiler der Stromerzeugung, die Braunkohle? Und welche Perspektiven haben beide im europäischen und Weltmaßstab angesichts der Energiewende generell? „et“ hat zur Diskussion dieser Fragen den Landesenergieminister, zwei hochrangige Vertreter der angesprochenen Branchen und einen Wissenschaftler eingeladen.

Ethik und Energiewende: „Man kann nicht beliebig an der Preisspirale drehen“

Die gesellschaftliche Diskussion um die Energiewende ist in Deutschland stark durch moralische Überzeugungen geprägt. Dabei generieren verschiedene Apelle zur konkreten Gestaltung der Energiezukunft mitunter erhebliches Konfliktpotenzial. 11 Tage nach der Katastrophe von Fukushima setzte Kanzlerin Merkel die „Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung“ ein, um einen gesellschaftlichen Konsens zum Kernenergieausstieg und für die Transformation in eine erneuerbare Energiewelt zu erarbeiten. Unter den zehn Mitgliedern befand sich allerdings kein einziger Fach-Ethiker. „et“ sprach mit dem auf diesem Gebiet versierten Prof. Dr. Dr. Carl Friedrich Gethmann, Professor am Forschungskolleg „Zukunft menschlich gestalten“ der Universität Siegen und Mitglied des Deutschen Ethikrates, Berlin, über ethische Fragen rund um Energiewende und Klimaschutz.

Im Jahresverlauf 2012 erreichten die Öl- und Gaspreise historische Höchststände – die Wettbewerbssituation der verschiedenen Brennstoffe in der Stromerzeugung hatte sich deutlich verschoben. Die mehrjährige Betrachtung der Preise für Kraftwerkskohle und Erdgas frei Kraftwerk zeigt, dass der Preisabstand (Spread) zwischen Kohle und Gas signifikant gewachsen ist. Die Wettbewerbsfähigkeit von Erdgas in der Stromerzeugung ist zurzeit eingeschränkt, die Ausnutzung der Anlagen ist gesunken und es wird darüber gesprochen, Gaskraftwerke zu schließen. Können höhere CO2-Preise bzw. fallende Gaspreise Abhilfe schaffen oder sind andere Instrumente erforderlich, um für die Versorgungssicherheit notwendige Kapazitäten im konventionellen System zu erhalten?

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