Donnerstag, 23. November 2017
-   ZUKUNFTSFRAGEN

Joachim Nitsch, Thomas Pregger und Tobias Naegler

Um den im Energiekonzept der Bundesregierung angekündigten Transformationsprozess umsetzen zu können, bedarf es einer mutigen und aufgeklärten Energiepolitik Foto: Mauritius

Mit dem Energiekonzept der Bundesregierung vom Jahr 2010 und dem Gesetzespaket zur Energiewende vom Sommer 2011 liegt ein langfristiger politischer Fahrplan für den Klimaschutz und den Umbau der Energieversorgung in Deutschland vor. Die im März 2012 fertiggestellten Langfristszenarien 2011 stellen dazu Ergebnisse systemanalytischer Untersuchungen zur Transformation der Strom-, Wärme- und Kraftstoffbereitstellung und -nutzung vor. Auf der Basis der technisch-strukturellen Möglichkeiten zum Umbau des Energiesystems und unter Berücksichtigung wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Gegebenheiten und Interessen sowie den daraus resultierenden Hemmnissen und Anreizen werden konsistente Entwicklungen aufgezeigt, die prinzipiell zu einer Erfüllung der im Energiekonzept vorgegebenen Ziele führen können.

Politische Entscheidungen über die energiewirtschaftliche Zukunft stützen sich in der Regel auf modellgestützte Prognosen und Szenarienrechnungen. Das ist auch gut so. Problematisch dabei ist, dass meist unter den Tisch fällt, auf welcher Basis die Modellergebnisse zustande kommen. Das gilt insbesondere auch für die Klimapolitik. „et“ sprach mit Prof. Dr. Claus Peter Ortlieb, dem Mitbegründer und langjährigen Leiter des Zentrums für Modellierung und Simulation an der Universität Hamburg, über Modelle, Methoden und Transparenz.

Unverzichtbare fossile Energie – Wahrnehmung und Wirklichkeit in Deutschland

Dietrich Böcker und Dietrich H. Welte

Einer politisch gewollten, drastischen Reduzierung der fossilen Energieträger in Deutschland steht ein deutlicher Verbrauchsanstieg in der Welt gegenüber. Wahrnehmung und Wirklichkeit laufen auseinander. Das 2-Grad-Klimaziel wird fraglich, die Fokussierung auf CO2-Reduktion und Dekarbonisierung bewirkt eine konzeptionelle Schieflage. In einem ausbalancierten, an der Wirklichkeit orientierten Energiekonzept müssen Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeitsfragen und Kosten-/Nutzenorientierung verstärkt Eingang finden. Hierbei hat die Wissenschaft eine wichtige Aufgabe.

In der öffentlichen Wahrnehmung insbesondere in Deutschland scheint der Ausbau der erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung zu dominieren. Auch wenn der Zubau der Erneuerbaren rasant und mit beachtlichen Kapazitätserweiterungen verläuft, ist der Ausbau der Gaskapazitäten am höchsten.

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