Felix Chr. Matthes
Neben vielfältigen tagesaktuellen bzw. kurz- und mittelfristig orientierten Aktivitäten stand das Jahr 2011 für die Europäische Union (EU) auch im Zeichen grundlegender Arbeiten für die langfristigen Perspektiven der europäischen Energie- und Klimapolitik. Im Verlauf des Jahres veröffentlichte die Europäische Kommission drei sog. Roadmaps mit dem Zielhorizont 2050, die unter anderem Wege für die Entwicklung der Energiemärkte aufzeigen. Hiermit liegt erstmals ein konsistenter – wenn auch in einzelnen Punkten diskussionswürdiger – Analyserahmen für langfristige Energie- und Klimaschutzpolitik im Kontext der EU vor, der durchaus eine qualitativ neue Grundlage darstellt.
Interview mit Hans-Werner Sinn
Mit der schlagartigen Stilllegung von über einem Drittel der Kernkraftwerksleistung und dem beschleunigten Gesamtausstieg aus dieser Energieform setzt Deutschland die Stromwirtschaft einem Stresstest aus. Das gilt auch für die nationalen klimapolitischen Verpflichtungen. Kritische Geister wie der Ökonom Prof. Dr. Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts in München, bemängeln generell Alleingänge in der Klimapolitik, die, statt international erfolgreich zu sein, die gesetzten Ziele konterkarieren. Mit ihm sprach „et“ über Grundlagen und Implikationen der deutschen Energiewende.
Johannes Lambertz, Hans-Wilhelm Schiffer, Thomas Thielemann und Max Voß
Für die Bewertung der Emissionsbilanzen fossiler Energieträger müssen alle Stufen der Wertschöpfungskette einbezogen werden. Ein zukünftiger Einsatz der CCS-(Carbon Capture and Storage)-Technologie bei der Verstromung fossiler Energieträger weist für Deutschland eine mit konventionell gefördertem Erdgas aus benachbarten Bezugsländern vergleichbare Gesamtbilanz bezüglich der Treibhausgasemissionen von Kohle auf. Daher ist nicht die Substitution des Energieträgers Kohle durch Erdgas für die Stromerzeugung der Schlüssel zum Klimaschutz, sondern die fortschreitende Effizienzsteigerung der Kraftwerkstechnik und auch die Nutzung von CCS.
Alfred Hoffmann
Der Energiesektor in Deutschland und Europa befindet sind in einem fortwährenden Umbruch. Infolge der europäischen und der deutschen Klimaschutzziele werden sowohl der Anteil der erzeugten Energie aus erneuerbaren Energiequellen als auch die installierte Kapazität in Deutschland weiter stark zunehmen. Mit dem steigenden Einfluss dieser stark regulierten Erzeugungstechnologien stellen einige Marktteilnehmer die Frage, ob der liberalisierte Strommarkt und insbesondere der Energiehandel mit seinen Mechanismen weiter Bestand haben kann.
Matthias Reichmuth
Die Übertragungsnetzbetreiber sind nach § 3 AusglMechAV dazu verpflichtet, nicht nur die EEG-Umlage des Folgejahres, sondern bis zum 15. November eines Kalenderjahres auch eine Prognose der realistischen Bandbreite der EEG-Umlage des übernächsten Jahres sowie Prognosen zur Stromeinspeisung und zum Stromabsatz für die folgenden fünf Kalenderjahre zu veröffentlichen. Dazu müssen sie auch die Entwicklung der durchschnittlich an die Anlagenbetreiber zu zahlenden Vergütungen sowie der Höhe der vermiedenen Netzentgelte getrennt für die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz geförderten Energieträger bestimmen und öffentlich machen. Der vorliegende Beitrag zeigt die Ergebnisse der aktuellen Einspeiseprognose in kompakter Form auf.