Erik Gawel und Alexandra Purkus
Im Rahmen der Energiewende soll auch Bioenergie einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen, klimaneutralen Energiesystem leisten. Zwar verursachen alle erneuerbaren Energieträger auch Umweltkosten, doch steht die Bioenergie in besonderer Weise im Verdacht, das Nachhaltigkeitsversprechen nicht einlösen zu können. Speziell die gegenwärtig verfolgte mengenorientierte Ausbaustrategie riskiert, Nutzungskonkurrenzen bei Landflächen zu verschärfen und Konflikte zu Naturschutzzielen heraufzubeschwören. Eine nachhaltige Bioenergiepolitik erfordert einen institutionellen Rahmen, der sowohl den effizienten Einsatz knapper Biomasseressourcen befördert als auch verlässliche Nachhaltigkeitsleitplanken setzt.
Wenn in Deutschland eine Stadt den Aufbruch in die Zukunft der Erneuerbaren verkörpert, dann ist es Husum. Seit über 20 Jahren trifft sich dort die Windbranche mit ihrer Leitmesse HUSUM WindEnergy. Da Erneuerbare aber nur im Bündel erfolgreich sein können, hat die Messe Husum & Congress weitblickend schon 2002 damit begonnen, international umfassend über alle Bereiche der dezentralen Energieerzeugung auf erneuerbarer Basis zu informieren. Vom 15.–18.3.2012 lädt die New Energy Husum zur 10-jährigen Jubiläumsmesse.
Hermann Guss und Alexander Zipp
Im Rahmen der Beschlüsse, die die Bundesregierung zur Energiewende Mitte 2011 gefasst hat, wurden umfangreiche Gesetzesänderungen als Reaktion auf die Atomreaktorkatastrophe in Fukushima vorgenommen. Neben dem historischen, schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie und den Novellierungen des EEG sowie EnWG, die viel Beachtung fanden, ging die Änderung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) in der öffentlichen Diskussion weitgehend unter. Dabei stellen die dort vorgenommenen kleinen Modifikationen durchaus einen wichtigen Schritt in die versorgungssichere Energiezukunft dar. Es zeichnet sich jedoch weiterer Anpassungsbedarf ab, damit der Pfad eines innovativen KWK-Einsatzes zur Flankierung der verstärkten Nutzung fluktuierender erneuerbarer Energien wirklich erfolgreich beschritten werden kann.
Annika von La Chevallerie und Katja Schweitzer
Schweden verabschiedete sich 2003 als erstes skandinavisches Land von den traditionellen Förderwegen, um die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien mit marktwirtschaftlichen Anreizen zu steigern. Seit dem 1.1.2012 sind Schweden und Norwegen in einen gemeinsamen Zertifikatehandel eingetreten und haben damit die Tür zum ersten gemeinsamen Markt für erneuerbare Energien in Europa geöffnet. Damit sind beide Länder auf einem guten Weg, eine zentrale Position einzunehmen, wenn es um die langfristige Etablierung marktfähiger erneuerbarer Energien im gesamteuropäischen Kontext geht.