Montag, 21. August 2017
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-   Topthema

Die Grenzen der Elektrifizierung – Analyse und Bewertung von Green Fuels als Ergänzung zu Strom im dekarbonisierten Energiesystem

Claudius Köckhuber, Andrej Guminski und Serafin von Roon

In Wissenschaft und Politik gilt die Elektrifizierung des Endenergieverbrauchs, in Kombination mit dem Ausbau regenerativer Stromerzeugungstechnologien, als Kernelement der Treibhausgasverminderung bis 2050. Der Einsatz von Strom hat jedoch seine Grenzen. Deshalb werden Green Fuels als Energieträger benötigt, um fossile Brennstoffe dort zu ersetzen, wo der Einsatz von Strom technisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Neben Gestehungskosten und Treibhausgasemissionen entscheiden acht weitere Kriterien darüber, ob sich ein Green Fuel auf dem Markt durchsetzen wird. Brennstoffe aus Biomasse werden aufgrund von Nachhaltigkeitsaspekten kaum Chancen auf eine erfolgreiche Etablierung in energiewirtschaftlich relevanten Dimensionen haben. Biodiesel zweiter Generation schneidet besser als jeder andere Green Fuel ab, weitere Brennstoffe wie Methanol oder Fischer-Tropsch-Kraftstoffe sind vielversprechende Alternativen. Langfristig besitzen strombasierte Brennstoffe aufgrund des hohen Mengenpotenzials und des Technologie-Fortschritts die größten Entwicklungspotenziale.

Hohe Anteile von Strom am Endenergieverbrauch stellen das Energiesystem vor Herausforderungen. Zum einen kann eine extreme Elektrifizierung dazu führen, dass der zusätzliche Stromverbrauch nicht, oder nur in Verbindung mit hohen systemischen Mehrkosten, durch heimische erneuerbare Energien gedeckt werden kann. Zum anderen steht auch die Verteilung des Stroms zum Verbraucher im Hinblick auf den notwendigen Netzausbau vor gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problemen. Weiterhin ist der Umstieg auf den Energieträger Strom in einigen Anwendungen mit erheblichen Mehrkosten für die handelnden Akteure verbunden [1]. Letztlich ist die Elektrifizierung auch aus technischen Gründen in einigen Anwendungen vorerst keine realistische Option. Beispiele sind die industrielle Prozesswärme im Hochtemperaturbereich sowie der Flug-, Schiffs- und Schwerlastverkehr.

Green Fuels als potenzieller Brennstoffersatz

Aus diesen Gründen werden Energieträger benötigt, die fossile Brennstoffe möglichst günstig und treibhausgasarm substituieren können. Hierfür kommen vor allem erneuerbare Brennstoffe, auch Green Fuels genannt, in Frage, da diese fossile Brennstoffe ersetzen können. Der Endenergieverbrauch von fossilen Brennstoffen macht mit 6,3 EJ ca. 73 % des deutschen Endenergieverbrauchs aus und bildet das theoretische Substitutionspotenzial für Green Fuels in Deutschland [2, 3]. Dies zeigt die Größe des potenziellen Marktes für Green Fuels als fossiler Brennstoffersatz.

Green Fuels sind Brennstoffe, die aus Biomasse, regenerativ erzeugtem Strom oder aus einer Kombination beider hergestellt werden. Abb. 1 gibt eine Übersicht der relevanten festen, flüssigen und gasförmigen Green Fuels und deren Nutzungspfade. Zu sehen ist, dass die sechs Green Fuels Pyrolyseöl, Methanol, Biopropan, Methan, Wasserstoff und Dimethylether in allen Sektoren angewendet werden können. Aufgrund der Vielzahl existierender Green Fuels ist die Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH im Auftrag der Tyczka Energie Stiftung der Frage nachgegangen, welche Green Fuels sich durchsetzen und auf dem Markt etablieren können. Existiert eine „Schlüsseltechnologie“, die allen anderen Technologien überlegen ist?

Methodik zur Bewertung von Green Fuels

Zur Beantwortung dieser Fragen wurde an der FfE eine multikriterielle Bewertungsmethodik entwickelt, die einen ganzheitlichen Vergleich der Green Fuels und die Bildung einer Gesamtrangfolge ermöglicht (siehe Abb. 2). Dazu wurden zuerst die 14 oben dargestellten Green Fuels basierend auf den für die Herstellung benötigten Ausgangsstoffen weiter untergliedert, so dass 20 Alternativen zur Bewertung ausgewählt wurden. Anschließend wurden auf Basis einer Literaturrecherche zehn relevante Kriterien für eine Brennstoffbewertung festgelegt (siehe Tabelle.)

Tab.: Übersicht der Kriterien zur Bewertung der erneuerbaren Brennstoffe
Technologie
    Energiedichte
    Technologie-Reifegrad
    Aufwendungen für Infrastruktur und Einsatztechnologien
    Bereitstellung
Wirtschaft & Politik
    Gestehungskosten
    Zielvorgaben der Politik
    Marktpotenzial
Umwelt & Gesellschaft
    Treibhausgasemissionen
    Toxizität
    Akzeptanz

Im nächsten Schritt erfolgte die Definition der Ausprägungen für die gewählten Kriterien. Die Ausprägungen der quantitativen Kriterien Energiedichte, Technologie-Reifegrad, Gestehungskosten und Treibhausgasemissionen wurden basierend auf den aus der Literatur gesammelten Eigenschaften abgeleitet. Anschließend wurde eine Rangfolge ermittelt. Zur Übersetzung der Eigenschaften in Ausprägungen für die sechs verbleibenden Kriterien wurde ein paarweiser Vergleich durchgeführt. Hierbei verglichen Experten der FfE die für jedes Kriterium aus der Literatur gesammelten Eigenschaften der Green Fuels jeweils paarweise miteinander. So konnte für jedes Kriterium eine Rangfolge der Green Fuels ermittelt werden. Basierend darauf erhielt jeder Brennstoff für jedes Kriterium zwischen fünf und 100 Punkte.

Um die Gesamtrangfolge der erneuerbaren Brennstoffe zu bestimmen, wurden die untersuchten Kriterien mittels einer Expertenumfrage gewichtet und anschließend die kriterien-übergreifende Punktezahl je Brennstoff berechnet. Zur Gewichtung wurden 47 Experten (Rücklaufquote 66 %) aus Forschungseinrichtungen, Instituten und Unternehmen danach gefragt, welche Kriterien ihrer Meinung nach wichtig dafür sind, dass sich ein Green Fuel als Energieträger in Zukunft durchsetzt.

Je Kriterium mussten die Teilnehmer Punkte von 1 (= gar nicht wichtig) bis 9 (= extrem wichtig) vergeben. Abb. 3 zeigt die Umfrageergebnisse. Zu sehen ist, dass Minima und Maxima in allen Kriterien weit auseinander liegen. Weiterhin befinden sich die Mittelwerte aller Kriterien nahe um die durchschnittliche Gewichtung von 10 %. Dies impliziert zum einen, dass große Uneinigkeit hinsichtlich der Wichtigkeit der verschiedenen Kriterien herrscht und zum anderen, dass je nach Blickwinkel des Befragten andere Eigenschaften und somit schlussendlich alle Eigenschaften für eine Bewertung bedeutsam sind.

Möglichkeit des direkten Vergleichs von zwei Green Fuels – ein konkretes Beispiel

Für jeden Green Fuel wurde ein Netzdiagramm erstellt, welches die Stärken und Schwächen der Brennstoffe zusammenfasst. Zur Verdeutlichung der Bewertungsergebnisse werden beispielhaft die Green Fuels „feste erneuerbare Brennstoffe“ und „Wasserstoff aus Strom“ miteinander verglichen (s. Abb. 4). Unter festen erneuerbaren Brennstoffen sind alle holzartigen Biomassen und feste Siedlungsabfälle zusammengefasst. Wasserstoff aus Strom bezeichnet den aus der Wasserelektrolyse mit regenerativ erzeugtem Strom gewonnenen Wasserstoff.

Bei festen erneuerbaren Brennstoffen handelt es sich um etablierte und ausgereifte Technologien, während die Herstellung von Wasserstoff aus Strom im Pilotmaßstab getestet wird und daher als aufstrebende Technologie bezeichnet werden kann [4, 5, 6, 7]. Beide Green Fuels eignen sich für die Bereitstellung von Raumwärme (z. B. Pelletheizung, beigemischter Wasserstoff im Erdgasnetz), Prozesswärme (z. B. Metallerzeugung) und Strom (z. B. KWK-Anlagen, Brennstoffzelle) [8, 9, 10]. Wasserstoff ist darüber hinaus in Brennstoffzellenfahrzeugen anwendbar und kann daher in allen drei Sektoren eingesetzt werden [11].

Der Vergleich von festen erneuerbaren Brennstoffen mit Wasserstoff aus Strom ermöglicht folglich eine Gegenüberstellung von zwei Green Fuels, die aus unterschiedlichen Energiequellen hergestellt werden, deren Technologien unterschiedlich ausgereift sind, die sich aber für dieselben Anwendungen eignen.

Feste erneuerbare Brennstoffe belegen in der Bewertung Platz 2 von 20. Im Vergleich zu den anderen Green Fuels schneiden die festen erneuerbaren Brennstoffe vor allem in den Kriterien Energiedichte, Infrastruktur und Zielvorgaben der Politik schlecht ab. Zum einen ist ihre Energiedichte vergleichsweise gering (z. B. Holzpellets: 11,1 MJ/l) [12]. Zum anderen sind beim Einsatz von festen erneuerbaren Brennstoffen teilweise Aufwendungen für die Infrastruktur (z. B. Transport, Lagerung) und die Endanwendungen notwendig [5, 6, 8, 13]. Durch EEG, EEWärmeG und das Marktanreizprogramm wird die Nutzung von festen erneuerbaren Brennstoffen in Deutschland gefördert, allerdings werden für viele andere Technologien deutlich höhere Fördermittel vergeben [4, 14, 15].

Wasserstoff aus Strom belegt Platz 10 und besitzt, wie in Abb. 4 zu sehen ist, vor allem bei den technologischen Kriterien Schwächen. Die Energiedichte ist im flüssigen Zustand mit 8,5 MJ/l die niedrigste unter allen erneuerbaren Brennstoffen [11, 16]. Die Technologie wird aktuell in mehr als 20 Pilotanlagen in Deutschland getestet und soll laut Deutscher Energie-Agentur im Jahr 2022 großtechnisch und wirtschaftlich verfügbar sein [17]. Ein großes Hindernis für die Verbreitung von Wasserstoff ist das Fehlen einer Wasserstoffinfrastruktur. Der Brennstoff kann nur in niedrigen Mischverhältnissen in das Erdgasnetz eingespeist werden und für die Nutzung im Verkehr sind spezielle Brennstoffzellenfahrzeuge und der Aufbau einer Tankinfrastruktur notwendig [5, 7, 9, 16].

Weiterhin ist die regenerative Herstellung über die Wasserelektrolyse auf den Energiegehalt bezogen teurer als 13 der 19 anderen bewerteten Green Fuels [18]. Der Treibhausgasausstoß von Wasserstoff aus Strom variiert je nach Technologie, die zur Stromerzeugung verwendet wird, stark. Für die Berechnung wurde ein Emissionsfaktor für Wasserstoff aus Strom i. H. v. 36,3 gCO2-Äq/MJ angenommen [10, 11]. Letzter basiert auf dem Emissionsfaktor für Strom aus erneuerbaren Energien und berücksichtigt die Vorkette der Wasserstoffproduktion. Für das Kriterium Treibhausgasemissionen bedeutet dies Rang zwölf in der Bewertung.

Letztlich ist es möglich, dass die Etablierung von Wasserstoff aufgrund mangelnder Akzeptanz in der Bevölkerung erschwert wird. Dies liegt daran, dass der Umgang mit Wasserstoff oft als gefährlich beschrieben wird („Hindenburg-Syndrom“) [7]. Außerdem ist es möglich, dass Bedenken über Technik, Reparatur, Sicherheit und Reichweite ähnlich wie bei Erdgasfahrzeugen eine Verbreitung von Wasserstoffautos erschweren [19]. Allerdings könnte es sich positiv auf die Akzeptanz von Wasserstoff aus Strom auswirken, dass keine Anbauflächen für Biomasse benötigt werden und Wasserstoff keine toxischen Eigenschaften besitzt [16].

Ergebnisse der Bewertung

Alle relevanten Eigenschaften sowie die Bewertungsergebnisse der 20 untersuchten Green Fuels sind auf http://www.ffegmbh.dezu finden. Die Bewertungsergebnisse sind in Abb. 5 nach Kriterien-Kategorien zusammenfassend dargestellt.

Biodiesel zweiter Generation (2G) erreicht mit 75 von 100 möglichen Punkten die höchste Gesamtpunktzahl und belegt somit Platz 1. Dieser Brennstoff ist in acht Kriterien gut bewertet, nur in der Bereitstellung (Verfügbarkeit der Ausgangsstoffe, Herausforderungen in der Logistik) und dem Marktpotenzial (schlechte Nachfrageprognosen) schneidet er im Gegensatz zu den anderen Green Fuels schlecht ab.

Je weiter rechts ein Green Fuel eingetragen ist, desto reifer ist seine Technologie und desto besser sind seine Brennstoffeigenschaften hinsichtlich Bereitstellung, Energiedichte und Kompatibilität mit der bestehenden Infrastruktur. Die Green Fuels Biodiesel 2G, Fischer-Tropsch-Kraftstoffe und Biomethan 2G schneiden hier besonders gut ab. Mit Prozessverbesserungen aufgrund von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie Ertragssteigerungen können technologische Entwicklungen zu einer Verschiebung nach rechts führen. Weiterhin können Pilotanlagen im betrieblichen Umfeld und erste Produktionsanlagen im Industriemaßstab dazu führen, dass die sich aktuell im Entwicklungsstadium befindlichen Technologien zur Herstellung eines erneuerbaren Brennstoffs verbessert werden und der Technologie-Reifegrad steigt.

Je weiter oben ein Brennstoff eingetragen ist, desto besser sind seine Auswirkungen auf die Umwelt und desto unkritischer wird er von der Bevölkerung wahrgenommen. Hier sind die Green Fuels Methanol 2G und feste erneuerbare Brennstoffe am höchsten bewertet. Eine Verschiebung nach oben ist vor allem durch einen Wechsel von Biomasse erster (z. B. Mais und Weizen) auf Biomasse zweiter Generation (z. B. Abfälle und Reststoffe) oder auf Strom als Energiequelle möglich. Ein solcher Umstieg erhöht voraussichtlich nicht nur die Akzeptanz in der Bevölkerung, sondern hat gleichzeitig ein hohes Treibausgasverminderungspotenzial, da der für Energiepflanzen benötigte Dünger wegfällt [5, 16]. Auch die Herstellung aus erneuerbarem Strom würde in vielen Fällen die Treibhausgasbilanz eines Brennstoffs verbessern. Allerdings ist die Verschiebung nach oben zum Teil durch die toxischen Eigenschaften (z. B. Wassergefährdung, Schadstoffausstoß) eines Brennstoffs begrenzt.

Die Größe der Punkte in Abb. 5 spiegelt die Bewertung hinsichtlich der wirtschaftlichen und politischen Kriterien wider. Hier schneiden Dimethylether, feste erneuerbare Brennstoffe und Biodiesel 2G am besten ab. Die Kriterien aus Wirtschaft und Politik sind aus Sicht der Hersteller von erneuerbaren Brennstoffen lediglich durch Kostensenkungen beeinflussbar. Das Marktpotenzial hängt hauptsächlich von den möglichen Anwendungen ab und die Zielvorgaben der Politik werden von externen Entscheidungsträgern bestimmt. Da jedoch vermehrt Zielvorgaben für Brennstoffe aus Biomasse 2G formuliert werden, kann auch hier der Umstieg auf Technologien, die eine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion vermeiden, zu besseren Förderungen und Rahmenbedingungen führen [13].

Aus der Bewertung ergeben sich einige Green Fuels, die sich möglicherweise bald auf dem Markt durchsetzen werden. Neben Biodiesel 2G und Biomethan 2G schneiden Fischer-Tropsch-Kraftstoffe und regenerativ erzeugtes Methanol gut ab. Die beiden Letzteren stellen auch deshalb vielversprechende Optionen dar, weil sie aus Strom hergestellt und daher unabhängig von Anbauflächen produziert werden können und das Mengenpotenzial theoretisch nicht begrenzt ist.

Schlussfolgerung und offene Forschungsfragen

Aus der Bewertung wurde ersichtlich, dass Brennstoffe aus Biomasse der ersten Generation aufgrund der Bereitstellung, den Zielvorgaben der Politik und der Akzeptanz keine Zukunftsperspektive besitzen. Im Gegensatz dazu schneiden Brennstoffe aus Biomasse der zweiten Generation in diesen Kriterien tendenziell besser ab und sind zum Teil ebenfalls bereits kommerziell verfügbar (z. B. Biomethan 2G, Pyrolyseöl 2G). Brennstoffe aus regenerativ erzeugtem Strom befinden sich noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase, haben aber ein großes Entwicklungspotenzial [20].

Außerdem können manche Brennstoffe sowohl aus Biomasse als auch aus Strom hergestellt werden (z. B. Methanol), wodurch der „bessere“ Herstellungspfad ausgewählt werden kann. Weiterhin können Technologiesprünge und Kostensenkungen dazu führen, dass in bestimmten Anwendungen der Einsatz von erneuerbaren Brennstoffen aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll ist. Biodiesel der zweiten Generation geht als Sieger aus der Bewertung hervor. Eine „Schlüsseltechnologie“, die den anderen Technologien eindeutig überlegen ist, existiert nach heutigem Stand noch nicht.

Durch die hohe Anzahl an Forschungsaktivitäten und der damit einhergehenden Änderung der Kennwerte und Eigenschaften werden sich die Bewertungsergebnisse im Laufe der Zeit mit hoher Wahrscheinlichkeit verschieben. Zudem wurde die Bewertung der erneuerbaren Brennstoffe bisher nur anwendungsneutral durchgeführt. Zukünftige Forschungsvorhaben sollten anwendungsspezifische Kriterien-Gewichtungen ermitteln, da sich je nach Anwendungen die Wichtigkeit der Kriterien für die Bewertung eines Green Fuels verschieben kann. So ist z. B. die Energiedichte im Flugverkehr von größerer Bedeutung als in stationären Wärmeerzeugungsanlagen.

Um letztlich beantworten zu können, welchen Anteil erneuerbare Brennstoffe am Endenergiemix der Zukunft haben, muss auch die Elektrifizierung als Substitutionsoption im Rahmen einer anwendungsorientierten Bewertungssystematik aufgenommen werden. Durch diesen Schritt könnte sich u. a. die Platzierung von Biokerosin, welches in der vorliegenden Bewertung den letzten Rang belegt, verschieben. Eine anwendungsorientierte Bewertung der Substitutionsoptionen kann dazu beitragen, genauere Aussagen über das realisierbare Substitutionspotenzial von erneuerbaren Brennstoffen zu treffen.

Anmerkungen

  1. Guminski, A.; Roon, S. von: Transition Towards an „All-electric World” – Developing a Merit-Order of Electrification for the German Energy System. In: 10. Internationale Energiewirtschaftstagung an der TU Wien. Wien 2017.  ↩

  2. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi): Zahlen und Fakten Energiedaten – Nationale und internationale Entwicklung. Berlin 2016.  ↩

  3. Guminski, A.; Roon, S. von: Dekarbonisierung des deutschen Energiesystems durch sinkenden oder steigenden Stromverbrauch?. In: et – Energiewirtschaftliche Tagesfragen 66. Jg. (2016) Heft 10.  ↩

  4. Mühlenhoff, J.; Kajimura, R.; Boenigk, N.; Ziegler, D.; Witt, J.: Holzenergie in Deutschland – Status Quo und Potenziale. In: Renews Spezial. Berlin 2014.  ↩

  5. Meyers, R. A.: Encyclopedia of Sustainability Science and Technology. Berlin/Heidelberg 2012.  ↩

  6. World Energy Outlook 2015. Paris: International Energy Agency (IEA), 2015.  ↩

  7. Rosen, M. A.; Koohi-Fayegh, S.: The prospects for hydrogen as an energy carrier: an overview of hydrogen energy and hydrogen energy systems. In: Energy, Ecology, and the Environment (2016) 1(1):10–29. Oshawa 2016.  ↩

  8. Kaltschmitt, M.; Hartmann, H.; Hofbauer, H.: Energie aus Biomasse. Berlin/Heidelberg 2009.  ↩

  9. Krause, H.; Werschy, M.; Franke, S.; Giese, A.; Benthin, J.; Dörr, H.: Abschlussbericht Untersuchungen der Auswirkungen von Gasbeschaffenheitsänderungen auf industrielle und gewerbliche Anwendungen. Bonn 2013.  ↩

  10. Töpler, J.; Lehmann, J.: Hydrogen and Fuel Cell – Technologies and Market Perspectives. Berlin 2016.  ↩

  11. Lehmann, J.; Luschtinetz, T.: Wasserstoff und Brennstoffzellen – Unterwegs mit dem saubersten Kraftstoff. In: Technik im Fokus. Stralsund 2014.  ↩

  12. Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR): Basisdaten Bioenergie Deutschland 2015. Gülzow-Prüzen 2015.  ↩

  13. REN21: Renewables 2016 – Global Status Report. Paris 2016.  ↩

  14. Bundesregierung: Gesetz zur Einführung von Ausschreibungen für Strom aus erneuerbare Energien und zu weiteren Änderungen des Rechts der erneuerbare Energien – EEG 2017. Berlin 2016.  ↩

  15. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Nationaler Biomasseaktionsplan für Deutschland – Beitrag der Biomasse für eine nachhaltige Energieversorgung. Berlin 2010.  ↩

  16. Schaub, G.; Pabst, K.; Lüft, M.; Velji, A.: Neuartige Kraftstoffe und zukünftige Abgasemissionen bei Kraftfahrzeugen – eine Übersicht. Karlsruhe 2007.  ↩

  17. Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena): Roadmap Power to Gas. In: http://www.powertogas.info/roadmap/eckpunkte/ (Abruf: 27.03.2018) Archived by WebCite at: http://www.webcitation.org/6pHCEAH5A. Berlin 2017.  ↩

  18. Regett, A.; Pellinger, C.; Eller, S.: Power2Gas – Hype oder Schlüssel zur Energiewende. In: Energiewirtschaftliche Tagesfragen – 64. Jg. (2014) Heft 10.  ↩

  19. Bargende, M.: Erdgas und erneuerbares Methan für den Fahrzeugantrieb – Wege zur klimaneutralen Mobilität. Bad Wimpfen 2015.  ↩

  20. Varone, A.; Ferrari, M.: Power to liquid and power to gas: An option for the German Energiewende. In: Renewable and Sustainable Energy Reviews 45 (2015) 207–218.  ↩

C. Köckhuber, M. Sc., Jun. Berater, [bu:st] GmbH; A. Guminski, M. Sc., Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dr.-Ing. S. von Roon, Geschäftsführer, Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft mbH, München
aguminski@ffe.de

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