Dienstag, 25. April 2017
-   Editorial
Mehr Kosteneffizienz

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

Franz Lamprecht - Chefredakteur „et“; Foto: Marc Darchingerein Jahr nach dem Höhepunkt der internationalen Klimapolitik, dem Paris-Abkommen, kam mit der Wahl eines neuen US-Präsidenten, der die klimawissenschaftlichen Grundlagen nicht anerkennt, der Dämpfer. Dass der zweitgrößte Treibhausgasemittent der Welt sich anschickt, im Klimaschutz das Rad zurückzudrehen, ist für die internationale Klimapolitik in der Tat zunächst keine gute Perspektive. Es bleibt jedoch abzuwarten, was tatsächlich passiert, ob andere Großemittenten wie China die internationale Führungsrolle im Klimaschutz übernehmen, und wie die anderen maßgeblichen Unterzeichnerstaaten und Staatengruppen (G20) agieren.

In Deutschland tritt man bei der Reduktion der CO2-Emissionen seit 2010 auf der Stelle. So fulminant der Siegeszug der erneuerbaren Energien ist – das Flaggschiff der deutschen Energiewende –, das der Flotte weit voraussegelt, so ernüchternd ist die nationale Emissionsbilanz. Aktuelle Lage und Ursachen analysiert die Manöverkritik des Mitglieds der Expertenkommission „Energie der Zukunft“ Georg Erdmann im Titelblock dieser Ausgabe.

Im Anschluss daran geht es um eine andere Kluft zwischen energiepolitischem Wunsch und Wirklichkeit. Untersuchungen des RWI zeigen, dass zwar die Befürwortung der Förderung erneuerbarer Energien in privaten Haushalten im Grundsatz gestiegen ist, sich jedoch die Zahlungsbereitschaft für reinen Grünstrom im Allgemeinen verringert hat.

Das wirft angesichts des bis 2023 kaum zu erwartenden Rückgangs der EEG-Umlage Fragen nach den Akzeptanzgrenzen der Belastungen der Energiewende auf. Mehr Realitätssinn und Kosteneffizienz in der deutschen Energiewende sind also dringend gefragt, damit die Kostentoleranz der Bürger nicht überstrapaziert wird.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Signatur Franz Lamprecht

Franz Lamprecht
Chefredakteur „et“

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Inhalt der Ausgabe 4/2017
Schwerpunkt: Zukunftsfragen
Energieeffizienz: Zukunftsfähigkeit von Heizsystemen
Zukunftsfragen: Energiewende und Klimaschutz; Zahlungsbereitschaft für grünen Strom
Energiespeicher: Wo ist der „Market Pull“ für Batteriespeicher?
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