Sonntag, 22. Juli 2018
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„et“-Redaktion

Mit der Einigung auf eine Reform des EU-Emissionshandels haben der Europäische Rat und das Europäische Parlament die Rolle des Emissionshandels als wichtigstes Klimaschutzinstrument für Europa bestätigt und gestärkt. Durch den deutlich schnelleren Abbau der Überschüsse an Emissionsberechtigungen sollen sich ab 2021, mit Beginn der 4. Handelsperiode, knappheitsbedingte Preisanstiege einstellen. Doch es zeigt sich, dass sich die Wirkung der Reform auf die CO2-Preise – allein durch die Erwartungen der Marktteilnehmer – bereits heute entfaltet.

„et“-Redaktion

In den Jahren 2013 bis 2016 war – drei Jahre in Folge – ein nur sehr schwaches Wachstum der weltweiten, energiebedingten CO2-Emissionen zu beobachten. Zunächst war unklar, ob diese Entwicklung auf strukturelle Veränderungen zurückzuführen sei und somit von Dauer sein würde. Nun legt der aktuelle Global Energy & CO2 Status Report der International Energy Agency (iea) die neuesten Daten für 2017 offen, wonach die CO2-Emissionen um 1,4 % auf einen historischen Höchststand gestiegen sind.

Gasinfrastruktur an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit

„et“-Redaktion

Erdgas soll zukünftig eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung der Stromerzeugung spielen und gesicherte Leistung aus Kohlekraftwerken ersetzen. Um die Sicherheit in der Stromerzeugung zu erhalten, wäre ein erheblicher Zubau an Gaskraftwerken erforderlich. Das bedeutet einen zusätzlichen Gasbedarf im Stromsektor. Es ist außerdem in Betracht zu ziehen, dass die Nachfrage nach Erdgas wahrscheinlich in ganz Europa steigen wird. Ob der zunehmende Bedarf auch zukünftig zuverlässig ohne Versorgungslücken gedeckt werden kann, ist fragwürdig. Zumal die Gasinfrastruktur schon heute an ihre Grenzen stößt!

„et“-Redaktion

Die deutsche Energiepolitik setzt darauf, dass sich Nachbarländer innerhalb der EU in Engpasssituationen durch grenzüberschreitenden Stromaustausch gegenseitig aushelfen. Das Thema Versorgungssicherheit scheint damit gelöst. Kann sich eine neue Bundesregierung sicher wähnen, über die Stilllegung von gesicherter Leistung aus Kohlekraftwerken zu entscheiden, obwohl sich Deutschland bereits 2020 nicht mehr allein sicher mit Strom versorgen können wird. Hinzu kommt, dass es zur Entwicklung der Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa keine oder kaum koordinierte Studien und Monitoring-Aktivitäten gibt.

Zu viel Strom – zu viel Kohle – zu viele Irrtümer
„et“-Redaktion

Klimaschutz wird auf die Diskussion über die richtige Stromerzeugung reduziert. Können die gesetzten Klimaschutzziele nur ohne den Einsatz von Kohle erreicht werden? Sind die erneuerbaren Energien so leistungsfähig wie erhofft? Eingängige Thesen bedürfen der sorgfältigen Prüfung, damit die Versorgung sicher und der Klimaschutz effizient bleibt

Deutschland führt eine zunehmend kontroverse Debatte über wachsende Stromexporte. Es wird nach Ursachen und Konsequenzen des positiven Strom-Außenhandelssaldos gefragt. Über die Frage, ob deutsche Stromexporte die Farbe Grün oder Grau haben, erhält die Diskussion jetzt auch eine klimapolitische Dimension.

Ist der Strom in Berlin wirklich braunkohlenfrei?

Berlins regierender Bürgermeister, Michael Müller, gibt sich umweltfreundlich und erklärt, die Bundeshauptstadt komme seit der Umstellung des Kraftwerks Klingenberg im Stadtteil Rummelsburg von Braunkohle auf Erdgas im Mai 2017 ohne Braunkohle aus. Tatsächlich bleibt aber Kohle für Berlin der wichtigste Energieträger in der Stromversorgung.

Die unabhängige Experten-Kommission, die den Monitoring-Prozess zur Energiewende begleitet, empfiehlt der Bundesregierung zu prüfen, warum mehrere energie- und klimapolitische Ziele verfehlt werden könnten. Eine solche Analyse liefert wichtige Erkenntnisse für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Energiepolitik bis 2030 und darüber hinaus. Die Experten-Kommission hat in ihrer Stellungnahme mehrere Ursachen für eine Abweichung von den anvisierten Zielen für 2020 festgestellt und unterscheidet dabei zwischen exogenen Gründen, die von der Politik nicht beeinflussbar sind, und endogenen Gründen.

Nicht die Leistung ist entscheidend für die Versorgungssicherheit, sondern die Arbeit!

Die installierte Leistung erneuerbarer Energien ist im Jahr 2016 auf gut 104 Gigawatt (GW) ausgebaut worden und machte damit erstmals die Hälfte der gesamten Stromerzeugungskapazität in Deutschland aus. Steuert Deutschland nun auf gewaltige Überkapazitäten zu? Im Folgenden soll die Differenz zwischen Leistung und Arbeit sowie deren Bedeutung für die Bewertung der Versorgungssicherheit näher betrachtet werden.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) melden ein anhaltendes Wachstum bei den erneuerbare Energien für das 1. Quartal 2017 und werten dies als Erfolg der Energiewende im Strombereich. Sieht die Situation für die Versorgungssicherheit tatsächlich so rosig aus, wie die Zahlen es suggerieren?

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