Donnerstag, 21. September 2017
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-   Glossar Energiehandel
BegriffErklärung
ACQ (Annual Contract Quantity)Vereinbarte jährliche Liefer- bzw. Bezugsmenge in langfristigen Gaslieferverträgen.
Additional MarginErforderliche Basissicherheit, die ein Börsenteilnehmer bei jedem über die EEX abgewickelten Futures-Geschäft bei seinem Clearing-Partner und der Clearing-Partner bei der ECC hinterlegen muss. Sie deckt das Kreditrisiko der maximal anfallenden Kosten für die Glattstellung aller offenen Positionen des Börsenteilnehmers am nächsten Börsentag unter Annahme der ungünstigsten Preisentwicklung ab. Die Additional Margin ist während der gesamten Kontraktlaufzeit gebunden. Die Höhe der Additional Margin legt die ECC fest. Siehe auch Initial Margin.
AdressausfallrisikoSiehe Kreditrisiko und Ausfallrisiko.
Amerikanische OptionSiehe Option.
Anlegbarer PreisWegen der Substituierbarkeit von Erdgas durch andere Brennstoffe, insbesondere Heizöl, besteht ein langfristiger Zusammenhang zwischen den Erdgaspreisen und den Preisen der Konkurrenzenergie. Da Heizöl der wichtigste Preisbindungsfaktor ist, wird bei langfristigen Verträgen der Gaspreis an den Heizölpreis „angelegt“, d.h. der Erdgaspreis folgt nach einer vereinbarten Preisformel dem Heizölpreis. Siehe auch Preisgleitklausel.
API#2 Index (All Publications Index)Preisindex für Steinkohle mit einem Brennwert von 6.000 kcal/kg mit Auslieferung innerhalb des ARA Raums. Die Handelsnotierung wird inklusive CIF (Cost, Insurance und Freight) und NAR (net as received) in US$ je Tonne angegeben.
API#4 Index (All Publications Index)Preisindex für Steinkohlelieferungen FOB (free on board) Richards Bay (Südafrika).
APX (Amsterdam Power Exchange)Strombörse in den Niederlanden; Handelsbeginn im Mai 1999.
ARAÖl- und Kohle-Handelsraum im Städtedreieck Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen. Alternative Bezeichnungen sind NWE (North West Europe) oder „Rotterdam“.
ArbeitsgasDas in einem Erdgasspeicher für die Ein- und Ausspeisung von Erdgas zur Verfügung stehende Gasvolumen. Aus gashydraulischen Gründen verbleibt immer ein Teil des Erdgases als Kissengas im Speicher.
ArbitrageErzielen von risikolosen Gewinnen durch Ausnutzung von Preisunterschieden zwischen räumlich, zeitlich oder sachlich verschiedenen Märkten. Dabei erfolgen der Kauf und Verkauf zeitgleich.
AskSiehe Briefkurs.
Auktionshandel / geschlossene AuktionHandelsform an der Börse. Im Unterschied zum fortlaufenden Handel werden alle Kauf- und Verkaufsorders gesammelt, um daraus nach Handelsschluss (beim Day-ahead-Markt an der EEX werktäglich um 12 Uhr) den Market Clearing Price zu berechnen. Man spricht von geschlossener Auktion, weil nur Börsenteilnehmer als Händler zugelassen sind.
Ausfallrisiko / Adressen-AusfallrisikoRisiko, dass eine Vertragspartei ihren Vertragsver­­pflichtungen (z.B. Zahlungsverpflichtungen, Lieferverpflichtungen etc.) nicht nachkommt. Bestandteile des Adressenausfallrisikos sind das Wiedereindeckungs-­­­­­­risiko und das Zahlungsrisiko.
AusgleichsenergieEnergiebezug bzw. -lieferung bei Fahrplanabweichungen eines Bilanzkreises. Im Strommarkt wird Ausgleichsenergie durch den Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) als Regelenergie beschafft und den Bilanzkreisverantwortlichen in Rechnung gestellt (sofern der Bilanzkreis short ist) bzw. vergütet (sofern der Bilanzkreis long ist). Siehe auch Regelenergie Strom. Beim Erdgas ist der Marktgebietsverantwortliche zuständig für die Ausgleichsenergie.
Außerbörslicher HandelSiehe OTC-Markt.
Ausspeiseleistunggibt an, wie schnell eine bestimmte Menge Gas aus einem Speicher entnommen werden kann.
AusspeisepunktEin von den Einspeisepunkten eines Marktgebiets aus netzhydraulisch erreichbarer Übergabepunkt zu einem Letztverbraucher, zu einem anderen Marktgebiet oder zu einem Erdgasspeicher.
AusübungspreisSiehe Strike.
Back OfficeOrganisatorischer Bereich des Trading Floors, der für Marktanalysen und -prognosen, das Portfoliomanagement, das Risikomanagement und die Strukturierung von Handelsgeschäften zuständig ist.
BackwardationForwardkurve für einen Basiswert, bei der die Preise für kurzfristige Kontrakte über den Preisen für langfristige Kontrakte liegen. Die umgekehrte Marktkonstellation bezeichnet man als Contango. Wenn Hersteller von Commodities eher als ihre potenziellen Kunden dazu neigen, ihr Preisrisiko abzusichern, ist Backwardation anstelle von Contango zu erwarten.
BAFinDie Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) hat die Aufgaben der ehemaligen Bundesaufsichtsämter für das Kreditwesen (BAKred), das Versicherungswesen (BAV) und den Wertpapierhandel übernommen. Die BAFin soll die Solvenz von Unternehmen des Finanzsektors gewährleisten, und zwar durch Überwachung einer ausreichenden Eigenkapitalausstattung, einer angemessenen Organisation sowie der fachlichen Eignung der Geschäftsführer. Unter die BAFin-Aufsicht fallen alle Unternehmen, die börslich oder außerbörslich (OTC) Terminkontrakte für Energieträger (entsprechen erlaubnispflichtigen Finanzinstrumenten) vermitteln.
BaisseEin stärkerer, meist längere Zeit anhaltender Rückgang von Kursen oder Marktpreisen. Der Gegensatz ist die Hausse.
Balancing EnergySiehe Ausgleichsenergie.
BandlieferungEnergielieferung mit einer über die gesamte vereinbarte Vertragslaufzeit konstanten Leistung/Kapazität. Es wird demnach stündlich immer dieselbe Menge Elektrizität oder Gas geliefert.
Barrel (bbl oder bl)Fass mit einem Volumen von 158,97 Litern und Handelseinheit für Erdöl. Die Abkürzung bbl steht für „blue barrel“, ein früher blau gekennzeichnetes Fass mit genormtem Inhalt.
Base (Base-Load)Stromlieferung innerhalb eines standardisierten Lieferzeitraumes (Monat, Quartal, Jahr) über 24 Stunden eines jeden Tages bei konstanten Leistungen. Synonym: Bandlieferung.
Basisrisiko (Korrelationsrisiko, Basic Risk)Risiko, dass sich der Wert eines Forward bzw. Futures nicht parallel zum Wert des Gutes (Underlying) entwickelt, in dem man die abzusichernde physische Position besitzt. Bezogen auf den Ort, das Produkt und die Zeit (Fälligkeit des Kontraktes) werden verschiedene Formen von Basisrisiken unterschieden.
BasisswapDient der Absicherung eines Basisrisikos. Siehe Swap.
BasiswertSiehe Underlying.
BBLJoint-Venture der Gasunie, E.ON und Fluxys zum Bau und Betrieb einer Erdgastransportleitung von Balgzand in den Niederlanden nach Bacton in Großbritannien. Dem Bau dieser Pipeline wurde auf Basis der Langfristlieferverträge mit Gasterra, Wingas und E.ON Ruhrgas zugestimmt. Nach zweijähriger Bauzeit begann der erste Gastransport am 01.12.2006.
BearishMarktzustand, bei dem fallende Preise erwartet werden. Der Bär (bear) ist an Börsen das Sinnbild für Pessimis­ten. Siehe auch Baisse. Zum Gegenteil siehe bullish.
Benutzungsstunden / BenutzungstageVerhältnis der vereinbarten Jahresenergielieferung zur höchsten in einer Einzelstunde bzw. einem Einzeltag vereinbarten Bezugsmenge. Je kleiner das Verhältnis ist, desto flexibler ist der Bezugsvertrag. Während in der Gaswirtschaft von Benutzungsstunden gesprochen wird, spricht man in der Stromwirtschaft von Volllaststunden.
Best BuyKauforder, innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine definierte Beschaffungsmenge auf der Basis der preisgünstigsten Möglichkeit einzukaufen.
Best ExecutionDie Energiebeschaffung erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen über einen Portfoliomanager nach vorgegebenen Rahmenbedingungen. Best Execution ist nur im Rahmen eines Portfoliomanagement-Vertrages möglich, in welchem die Ausnutzung aller am Whole-Sale-Market (Großhandelsmarkt) möglichen Instrumente erlaubt ist.
BidSiehe Geldkurs.
Bid-Ask-Spread / Bid-Offer-SpreadDifferenz zwischen dem Angebots- und Nachfragepreis in einem Markt. Siehe auch Spread.
BilanzkreisMehrere Einspeise- und Entnahmestellen innerhalb eines Netzgebietes. Bilanzkreise ermöglichen es, Handelsgeschäfte und physische Stromflüsse aufeinander abzubilden. Handelsgeschäfte mit physischer Erfüllung werden als Fahrplanlieferungen zwischen verschiedenen Bilanzkreisen dargestellt und dem Netzbetreiber übermittelt. Der Netzbetreiber überprüft ex-ante die Konsis­tenz der eingereichten Fahrpläne und ex-post die Übereinstimmung der eingereichten Fahrpläne mit den tatsächlichen Energieflüssen. Fahrplanabweichungen werden durch den Bezug bzw. die Lieferung von Ausgleichsenergie gedeckt. Es gibt spezielle Börsenbilanzkreise, die für die Abwicklung von Börsengeschäften verwendet werden.
Bilanzkreisnetzbetreiber (BKN)Marktgebietsaufspannender Betreiber eines Ferngasnetzes oder ein Dritter, bei dem ein Bilanzkreis gebildet werden kann und mit dem ein Bilanzkreisvertrag abgeschlossen wird. Siehe auch Zweivertragsmodell.
Bilanzkreisverantwortlicher (BKV)Energiehändler, der auf der Basis eines Bilanzkreisvertrags mit dem ÜNB die wirtschaftliche Verantwortung für Abweichungen zwischen Einspeisung und Entnahmen eines Bilanzkreises übernimmt.
Bilateraler HandelSiehe OTC-Markt.
BlindleistungElektrische Leistung, die zum Aufbau von magnetischen Feldern (z.B. in Motoren, Transformatoren) oder von elektrischen Feldern (z.B. in Kondensatoren) benötigt wird und nicht zur nutzbaren Arbeit beiträgt. Die Blindleistung reduziert die effektiv nutzbare Kapazität eines elektrischen Netzes und verursacht Leitungsverluste.
BonitätsrisikoSiehe Kreditrisiko.
BörseOrganisierter, anonymisierter Markt, an dem bestimmte Handelsprodukte (Aktien und sonstige Wertpapiere, Devisen, Edelmetalle, Waren oder ihre Derivate) gehandelt werden. Die börslich gehandelten Kontrakte sind standardisierte Geschäfte, bei denen die Börse als Handelspartner fungiert und somit das Adress-Ausfallrisiko übernimmt. Für den Börsenhandel ist eine Börsenzulassung erforderlich. Um an einer Börse handeln zu dürfen, muss der Handelsteilnehmer über eine Börsenzulassung verfügen und Sicherheiten leisten (Margin Account, Maintenance Account). Der börsliche Handel wird börsenaufsichtsrechtlich überwacht.
bpd (Barrel per Day)Barrel pro Tag. Bei der Erdöl- (und teilweise auch der Erdgas-) Förderung wird die Förderleistung oft in „barrel per day“ angegeben.
Brennwert von ErdgasDie bei der Verbrennung von einem Normkubikmeter Erdgas maximal freigesetzte Wärmemenge, wobei der im Abgas enthaltene Wasserdampf kondensiert und die entsprechende Kondensationswärme (Kondensationsenthalpie) mitberücksichtigt wird. Der Brennwert von wasserstoffreichen Brennstoffen ist um die Kondensationsenthalpie höher als der Heizwert. Siehe auch H-Gas, L-Gas.
Brent-ÖlReferenz-Rohölqualität für Nordseeöl. Das Brent-Ölfeld liegt zwischen den Shetlandinseln und Norwegen und ist bereits weitgehend ausgefördert. Terminkontrakte auf Brent-Öl werden in London an der Warenterminbörse International Petroleum Exchange (IPE) in US$/bbl gehandelt. Durch den Terminmarkthandel ist der Brentpreis zum Leitpreis für andere Rohölsorten und -Qualitäten geworden. Andere international anerkannte Referenz-Qualitäten sind WTI und der sogenannte OPEC-Korb.
Briefkurs (Ask, Offer)Preis, zu dem ein Verkäufer bereit ist, Wertpapiere oder Waren zu verkaufen. Gegenteil: Geldkurs (Bid).
BrokerBezeichnung für einen Makler an einer angloamerikanischen Börse, der im Gegensatz zu deutschen Börsenmaklern auch Privatkunden betreuen darf. Der Broker vermittelt zwischen verschiedenen Vertragsparteien. Er ist selbst nicht die Vertragspartei, sondern nur am Zustandekommen der Transaktion interessiert, wofür er eine mengenabhängige Maklerprovision (Brokerage fee) erhält. Im Energiebereich gibt es bspw. Broker an der EEX. Diese sog. „Anerkannten Broker“ sind an der EEX zugelassen und bieten Dritten einen Zugang zu diesem Markt an. Außerdem sind Broker im außerbörslichen Handel für Energieprodukte als Handelsvermittler tätig.
BTU (British Thermal Unit)Handelseinheit auf dem amerikanischen Gasmarkt. 1.000 BTU = 1.055 Joule oder 0,2931 kWh.
BullishMarktzustand, bei dem steigende Preise erwartet werden. Der Bulle (bull) ist an den Börsen das Sinnbild für Optimisten. Siehe auch Hausse. Zum Gegenteil siehe bearish.
CALAbkürzung für ein Handelsprodukt, bei dem der Lieferzeitraum ein Kalenderjahr (calendar year) beträgt.
Call-Option / Kauf-OptionSiehe Option.
Call-SpreadDabei wird ein Call mit niedrigem Ausübungspreis gekauft und gleichzeitig wird zur Teilfinanzierung ein Call mit höherem Ausübungspreis verkauft.
CapEin OTC-Instrument zur Sicherung eines Höchstpreises bei einem längerfristigen Liefervertrag. Ein Cap wirkt dabei wie eine Versicherung gegen hohe Preise. Bei Überschreitung der vereinbarten Wertobergrenze zahlt der Verkäufer des Caps die Differenz zwischen dem aktuellen Preis und der Wertobergrenze an den Käufer oder verrechnet bei physischen Lieferungen höchstens diesen Preis. Der Käufer eines Caps zahlt dem Verkäufer hierfür eine Prämie, entweder in Form einer Einmalprämie oder in regelmäßigen Zahlungsschritten. Siehe auch Floor.
Capacity OptionsOption, um zusätzliche Kapazitäten zu kaufen oder zu verkaufen. Erst beim tatsächlichen Kauf oder Verkauf werden die Preise für die entsprechende Energielieferung festgesetzt.
Carry ForwardBestandteil von Take-or-Pay-Verträgen, der es dem Kunden gestattet, einen Teil der Vertragsmenge im Folgejahr zu beziehen, womit er Pönale aus nicht abgenommenen Vertragsmengen vermeidet.
Cash SettlementEnglischer Begriff für Barausgleich. Bei vielen Termingeschäften ist die physische Lieferung des Underlyings (z.B. Strom) nicht vorgesehen, sondern es erfolgt ein rein finanzieller Ausgleich.
Cash-Settled ContractDie Kontrakterfüllung erfolgt durch eine finanzielle Ausgleichzahlung anstelle der physischen Lieferung des Vermögensgegenstandes.
CCS (Carbon Capture and Storage)Abtrennung von CO2 aus Abgasströmen fossiler Kraftwerke sowie die geologische Speicherung des abgetrennten CO2 in geeigneten Gesteinsformationen mit dem Ziel des Klimaschutzes.
CEE (Credit Exposure Equivalent)Messgröße zur Beschreibung des Kreditrisikos. Entspricht den gegenwärtigen Wiederbeschaffungskosten plus einem statistisch ermittelten Aufschlag, der die mögliche Zunahme der Wiederbeschaffungskosten bis zur Fälligkeit berücksichtigt.
CER (Certified Emission Reductions)CO2-Emissionsrechte aus erfolgreichen CO2-Reduktionsprojekten in Entwicklungsländern (Clean Development Mechanism (CDM)-Projekte).
CFR (Cost and Freight; named port of destination)INCOTERMS (International Commercial Terms). Mit der CFR-Klausel geht der Verkäufer die Pflicht ein, den Beförderungsvertrag abzuschließen und die Kosten für die Beförderung (Ladekosten, Gebühren, Formalitätenkos­ten) bis zum vereinbarten Bestimmungshafen zu übernehmen. Zudem verantwortet er die ausfuhrzollmäßige Behandlung der Ware. Sobald die Ware die Schiffsreling überschreitet, übernimmt der Käufer das Transportrisiko.
ChefhändlerverfahrenWenn auf einem Futuremarkt vor dem täglichen Handelsschluss keine Abschlüsse mehr getätigt werden, kann die Börse den Settlement Preis aus den Einschätzungen von Börsenteilnehmern bestimmen, die sich bereit erklären, der Börse gegenüber einen Marktpreis zu benennen.
Churn RateVerhältnis des Handelsvolumens in einem Marktgebiet gegenüber dem Endverbrauch. Die Churn Rate ist ein Maß für die in einem Markt vorhandene Liquidität.
CIF (Cost, Insurance and Freight; named port of destination)CIF ist ebenso wie CFR und FOB eine Abkürzung der INCOTERMS. Der Verkäufer übernimmt in der CIF-Klausel dieselben Verpflichtungen wie in der CFR-Klausel. Zusätzlich übernimmt er bei dieser Klausel Abschluss und Kostenübernahme eines Versicherungsvertrages. Er ist jedoch nur verpflichtet, eine Versicherung mit Mindestdeckung abzuschließen: üblicherweise CIF-Exportpreis plus 10%. Obwohl das Risiko vom Verkäufer auf den Käufer übergeht, sobald die Ware die Schiffsreling überschritten hat, kann sich der Käufer aus der vom Verkäufer abgeschlossenen Transportversicherung einen eventuellen Schaden oder Warenverlust vergüten lassen. Die CIF-Klausel wird häufig bei Ölkontrakten angewendet. Siehe auch CFR.
Clean SpreadSiehe Spread.
ClearingSaldierung von gegenseitigen Forderungen zwischen zwei oder mehreren Partnern, wobei die Saldobeträge durch Zahlung oder Kreditierung ausgeglichen werden. Gegenstand des Clearings sind sowohl Geschäfte des börslichen Handels als auch Termingeschäfte auf OTC-Märkten. Beim Börsenhandel umfasst das Clearing neben der Abwicklung auch die Absicherung des Kontrahentenrisikos der abgeschlossenen Geschäfte.
Clearing HouseEnglischer Begriff für Verrechnungsstelle, auch Clearing-Stelle.
Close-of-DayTageszeitpunkt, an dem der Börsenhandel eingestellt und der Closing Price festgelegt werden. Im Falle des OTC-Marktes der Zeitpunkt, ab dem sich die Handels-aktivitäten routinemäßig abschwächen.
Closing PriceDer zum Abschluss eines Handelstages ermittelte Preis. Er ist oftmals identisch mit dem Settlementpreis.
Collar (Preiskorridor)Finanzielles OTC-Geschäft zur Absicherung gegen schwankende Preise. Er entspricht dem simultanen Kauf eines Caps und Verkauf eines Floors. Damit wird dem Käufer eines Collars garantiert, dass sein Preis, z.B. für Strom, in einem definierten Preiskorridor verbleibt. Sollte der Marktpreis diesen Korridor verlassen, erfolgt (bei Cash Settlement) eine Ausgleichzahlung zwischen den Vertragsparteien.
ComplianceHandeln in Übereinstimmung mit geltenden Gesetzen und Regeln gemäß den Anforderungen der behördlichen Aufsicht, von Börsengepflogenheiten etc. Ziel der Compliance ist es, zum Schutz des Kapitalanlegers bestimmte gesetzes- und regelkonforme Verhaltensweisen zu gewährleisten und Interessenkonflikte entsprechend zu regeln.
ConfirmationDie Bestätigung eines Börsenhandelsgeschäftes. Hierbei werden die Details des Geschäftes für beide Handelspartner verbindlich festgehalten. Damit eine Confirmation erteilt werden kann, müssen die Angaben der Handelspartner miteinander abgeglichen werden. Erst wenn sie übereinstimmen, erfolgt die Bestätigung des Geschäfts.
ContangoForwardkurve für einen Basiswert, bei der die Preise für kurzfristige Kontrakte unter den Preisen für langfristige Kontrakte liegen. Die gegenteilige Marktsituation bezeichnet man als Backwardation.
Control EnergySiehe Regelenergie.
Counterparty LimitBegrenzung des Gesamtvolumens an offenen Positionen (z.B. Futures, Forwards) mit einem Handelspartner. Es handelt sich um eine wichtige Maßnahme des Risiko-Managements, denn im Falle eines Konkurses der betreffenden Gegenpartei ist das damit verbundene Kreditrisiko (Kontrahentenrisiko) beschränkt.
Siehe auch Netting.
Current Liquidating MarginBeim Spot-Stromhandel übernehmen die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) das physische Abwicklungsrisiko, so dass Börsenteilnehmer nur Sicherheiten für ausstehende Geldzahlungen hinterlegen müssen. Für eine Short Position in Geld ist eine sogenannte Current Liquidating Margin zu hinterlegen. Long-Positionen in Geld führen zu Berechnungsgutschriften, die auf die zu hinterlegende Current Liquidating Margin angerechnet werden können.
CurtailmentKürzung einer vertraglichen Gasliefermenge durch den Bilanzkreisnetzbetreiber, sofern die Leitungszkapazität nicht ausreicht. Meist wird die verfügbare Kapazität „pro rata“ gekürzt bzw. auf die Transportkunden verteilt.
Dark SpreadSiehe Spread.
Day-Ahead (Heute-für-Morgen-Geschäft)Im Day-ahead-Handel geht es um Geschäfte, bei denen die Lieferung und Bezahlung am Folgetag erfolgen. Häufig werden derartige Geschäfte dem Spotmarkt – und nicht dem Terminmarkt – zugerechnet. Der Day-ahead-Handel vieler Strom- und Gasbörsen ist bedeutsamer als der Intra-day-Handel. Auch im OTC-Markt wird häufig Day-ahead gehandelt.
DerivatVon einem Handelsvertrag abgeleitetes Finanzinstrument. Zum Erfüllungszeitpunkt wird nicht das Produkt (z.B. Energie) geliefert, sondern ein finanzieller Ausgleich geleistet, der vom Settlementpreis des zugrundeliegenden Basiswertes (Underlying) abhängt. Wichtige Derivate sind Optionen und Futures. Derivate werden außerbörslich oder an Terminbörsen gehandelt.    
Druck- und Regelanlageüberprüft und reguliert den Erdgasdruck bei z.B. Der Ein- und Ausspeicherung von Erdgas oder innerhalb von Erdgaspipelines. Der Druck beim Transport von Erdgas reduziert sich proportional zur zurückgelegten Strecke. Aus diesem Grunde sind in einem Erdgastransportnetz in regelmäßigen Abständen Verdichterstationen vor­handen.
ECC (European Commodities Clearing AG)Gemeinschaftsunternehmen der ENDEX und der EEX für das Clearing von Energiehandelsgeschäften. Die ECC tritt als zentraler Vertragspartner (zentraler Kontrahent) in alle über die EEX laufenden Handelsgeschäfte ein und übernimmt somit das Kontrahentenrisiko. Die Börsenteilnehmer wickeln ihre Geschäfte mit einem Clearing-Mitglied ihrer Wahl ab, während die Clearing-Mitglieder diese Geschäfte ihrerseits mit der ECC abwickeln. Für eingegangene Verpflichtungen aus Geschäften müssen die Börsenteilnehmer Sicherheiten bei ihrem Clearing-Mitglied, die Clearing-Mitglieder dagegen bei der ECC hinterlegen. Durch diese Struktur wird die Erfüllung aller Geschäfte sichergestellt.
ECX (European Climate Echange)Börse in Amsterdam, an der Emissionsrechte gehandelt werden (Tochtergesellschaft der Climate Exchange Plc.).
EEX (European Energy Exchange)Europäische Energiebörse mit Sitz in Leipzig. Seit Sommer 2000 wird am dortigen Spotmarkt Strom gehandelt. Am Day-ahead-Auktionsmarkt können Kauf- und Verkaufsgebote für Einzelstunden und Blöcke platziert werden. Aus den stündlichen Spotmarktpreisen wird der Phelix® als täglicher Strompreisindex gebildet. Neben dem Day-ahead-Auktionsmarkt gibt es den kontinuierlichen Day-ahead-Handel, wo Kauf- und Verkaufsaufträge für Blöcke auf Grundlast und Spitzenlast platziert werden. Am Terminmarkt der EEX können standardisierte Futures gehandelt werden. Monats-, Quartals- und Jahresfutures werden mit dem Phelix® als Basispreis angeboten. An der EEX wird außer mit Strom auch mit Gas, Kohle und Emissionszertifikaten gehandelt. Komplettiert wird das Angebot um börsennahe Dienstleistungen, wie z.B. das Clearing außerbörslicher Geschäfte. Größte Aktionäre sind die Eurex Zürich AG (23%), Nord Pool ASA (17%) sowie die Sachsen LB (17%).
EFET (European Federation of Energy Traders)Zusammenschluss von rund 60 europäischen Energiehandelsunternehmen aus 15 Ländern mit Sitz in Amsterdam. Ziele der Vereinigung der Energiehändler sind die Förderung des Energiehandels in Europa, die Entwicklung von Standards im Energiehandelsbereich sowie der Erfahrungs- und Informationsaustausch mit der Energiewirtschaft und staatlichen Institutionen.
EFET-HändlerrahmenvertragHändlerrahmenverträge der EFET für den europäischen Strom- und Gashandel regeln die generellen, wesentlichen Rechte und Pflichten der Vertragsparteien und beinhalten als Leistungsgegenstand die Lieferung von Strom und Gas. Preis und Menge der konkreten Geschäfte werden nicht im Händlerrahmenvertrag festgelegt, sondern beim einzelnen Handelsgeschäft. Beide werden in der Confirmation dokumentiert.
EGTVirtueller Handelspunkt der E.ON Gastransport GmbH. Siehe auch Net Connect Germany (NCG).
EigengeschäftEigengeschäfte sind kapitalmarktrechtlich erlaubnisfreie Handelsgeschäfte, bei denen Händler außerbörsliche Geschäfte zur Absicherung der eigenen Risiken eingehen oder für Handelsgeschäfte aus­schließlich das eigene Vermögen einsetzen. Gelegentlich wird das Eigengeschäft auch als Eigen­handel bezeichnet. Siehe Eigenhandel.
EigenhandelIm Gegensatz zum Eigengeschäft ist der Eigenhandel kapitalmarktrechtlich erlaubnispflichtig (Aufsicht durch die BAFin). Der Händler bietet sich erkennbar an und hält sich bereit, Finanzinstrumente im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, aber auf Veranlassung eines Dritten zu kaufen oder zu verkaufen.
Einspeiseleistunggibt an, wie schnell eine bestimmte Menge Gas in einem Speicher eingelagert werden kann. Siehe auch Ausspeiseleistung.
EinspeisepunktErdgas-Übergabepunkt von einer Import-Pipeline, einem inländischen Gasfeld, einem Erdgasspeicher, einer Misch- und Konversionsanlage oder einer Kuppelstelle zu einem benachbarten Marktgebiet in ein Marktgebiet.
Endex (European Energy Derivatives Exchange)Die Endex wurde im Dezember 2004 gegründet und hat sich zum wichtigsten niederländischen Stromterminmarkt entwickelt. An dieser Börse werden Strom Futures mit physischer Erfüllung in den Niederlanden gehandelt. Zudem ist das Clearing von bilateral abgeschlossenen Stromkontrakten möglich. Im September 2008 wurde die Eingliederung der Endex in die niederländische APX bekanntgegeben.
EnergiehandelBeschaffung und Vermarktung von Strom- und zunehmend auch Gasmengen sowie von Kohle und Öl zu Marktpreisen am Whole-Sale-Market (Großhandelsmarkt). Dabei werden börslich und außerbörslich verschiedene Mengen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und auf der Basis unterschiedlicher Preiserwartungen gehandelt.
EPEX (European Power Exchange)Gemeinsame Spotmarktgesellschaft der Leipziger Energiebörse EEX und der französischen Powernext. Seit 2009 sind alle Handelsaktivitäten am Spotmarkt unter dem Dach der EPEX Spot SE mit Sitz in Paris zusammengeführt.
Erdgasentstand vor 15-600 Mio. Jahren aus Biomasse unter hohem Druck, hohen Temperaturen (120-180° C) und unter Sauerstoffausschluss. Erdgas ist eine Mischung von zumeist brennbaren Gasen, bei denen Methan neben weiteren Gasen wie Ethan, Propan oder Butan, Stickstoff und Kohlendioxyd den größten Anteil ausmacht. Erdgas wird heute hauptsächlich zur Stromerzeugung und als Wärmenergie genutzt. Siehe auch LNG.
ERGEG (European Regulators’ Group for Electricity and Gas)ERGEG ist der europäische Dachverband nationaler Energieregulierungsbehörden.
ERU (Emission Reduction Units)CO2-Emissionsrechte aus erfolgreichen CO2-Reduktionsprojekten in anderen Industrieländern (Joint Implementation (JI)-Projekte).    
ETS (Emissions Trading Scheme)Handelssystem der Europäischen Union für CO2-Emissionsrechte. Das Handelssystem wurde zum 01.01.2005 eingeführt, und zwar für Anlagenbetreiber aus den Bereichen Feuerungsanlagen (insbesondere Kraftwerke), Raffinerien, Kokereien, Eisen- und Stahlwerke sowie Zement-, Glas-, Kalk-, Ziegel-, Keramik-, Zellstoff- und Papierindustrie. Die erste Handelsperiode erstreckte sich über die Jahre 2005 bis 2007, die zweite begann 2008 und endet 2012. Siehe auch EUA.
ETSO (Association of European Transmission Systems Operators)Der zum 01.07.1999 gegründete Dachverband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber. In diesem Dachverband haben sich die Übertragungsnetzbetreiber der EU, Norwegens und der Schweiz zusammengeschlossen mit dem Ziel, Handelsschranken beim internationalen Stromaustausch weiter abzubauen und eine gemeinsame Basis für den Strom-Binnenmarkt in Europa zu schaffen.
EUA (European Union Allowances)CO2-Emissionsrechte des europäischen Emissions Trading Scheme.
Europäische Option (European Style Option)Siehe Option.
EXAA (Energy Exchange Austria)Die EXAA ist die österreichische Strombörse mit Sitz in Graz sowie einem Büro in Wien. Gesellschafter der EXAA ist unter anderem die Wiener Börse. An der EXAA werden seit 2005 auch CO2-Emissionsrechte gehandelt.
FahrplanInstrument zur Abwicklung des Energieaustausches leitungsgebundener Energieträger. Bei Stromfahrplänen wird für jede Viertelstunde innerhalb des Planungszeitraums angegeben, wie viel Leistung zwischen Bilanzkreisen ausgetauscht wird bzw. wie viel am Einspeise/ Entnahmeknoten eingespeist/entnommen wird. Bei Gasfahrplänen sind die Fahrpläne stundenbezogen. Siehe auch Lastprofil
Fair ValueAktueller Marktwert des jeweiligen Vertrags. Siehe auch Mark-to-Market.
FälligkeitLetzter Handelstag eines Futures-Kontrakts.
FerngasunternehmenUnternehmen, das Erdgas am Grenzübergabepunkt abnimmt, um es weiter in sein Versorgungsgebiet zu transportieren. siehe auch Übertragungsnetzbetreiber.
FloorEin OTC-Instrument zur Sicherung eines Mindestpreises bei einem längerfristigen Liefervertrag. Ein Floor wirkt dabei wie eine Versicherung gegen tiefe Preise, denn er sichert dem Verkäufer einen Mindestpreis zu. Der Verkäufer zahlt dafür dem Käufer eine Prämie. Floors werden am OTC-Markt gehandelt. Siehe auch Cap.
FOB (Free on Board; named port of shipment)Klausel aus den sog. INCOTERMS für den Seetransport von Waren. Der Verkäufer übernimmt dabei die Pflicht, die Ware auf seine Kosten zollmäßig abzufertigen und an Bord eines vom Käufer bestimmten Schiffes im benannten Verschiffungshafen zu bringen. Das Risiko und die weiteren Transportkosten gehen in dem Moment auf den Käufer über, in dem die Ware die Schiffsreling überschreitet. Die FOB-Klausel findet vielfach Anwendung bei Ölkontrakten.
ForwardIndividuell ausgestaltetes, nicht börslich gehandeltes (siehe OTC) Termingeschäft, bei dem die Geschäftspartner den Preis des Handelsobjektes, die Liefermenge sowie den Fälligkeitszeitpunkt bzw. Lieferzeitraum miteinander vereinbaren. Des Weiteren werden auch die Sicherheitsleistungen individuell vereinbart, da im Gegensatz zum Future die Geschäftspartner und nicht die Clearing-Stelle das Kontrahentenrisiko tragen.
Forward Curve (Forwardkurve)Verlauf der aktuellen Terminpreise für unterschiedliche Fälligkeiten. Die Forwardkurve zeigt an, zu welchem Preis Termingeschäfte (Forward- und Futuresgeschäfte) für einen Basiswert mit unterschiedlicher Fälligkeit aktuell abgeschlossen werden können. Siehe auch Backwardation, Contango und HPFC.
Front OfficeOrganisatorischer Bereich des Trading Floors, der für die Handelsabwicklung zuständig ist. Im Front Office werden die Transaktionen mit den Handelspartnern vereinbart und vollzogen.
Full-Requirements-Contract (Vollversorgungsvertrag)Der Vertrag bietet dem Käufer die Möglichkeit, Mengenänderungen des bezogenen Basisgutes (Strom oder Gas) vorzunehmen (Call-Option). Dabei kann die Abnahmemenge durch ein Minimum oder Maximum begrenzt werden. Vollversorgungsverträge sind bei kleinen und mittelgroßen Endkunden nach wie vor die übliche Vertragsform bei Strom- und Gaslieferungen.
FundamentalanalyseBildung von Preiserwartungen auf Grundlage eines Modells auf Basis der erwarteten Angebots- und Nachfragemengen. Dabei werden Daten wie z.B. Wettereinflüsse, Kraftwerksausfälle oder erwartete Brenn­stoff- preise herangezogen.
Siehe auch Technische Analyse.
FutureVertragliche Verpflichtung, eine festgelegte Strommenge zu einem festgelegten Preis in einer zukünftigen Lieferperiode zu beziehen bzw. zu liefern. Der Future stellt ein standardisiertes, in der Regel börslich gehandeltes Termingeschäft dar, bei dem zumeist ein finanzieller Austausch (Cash Settlement) zwischen dem Händler und der Börse als Vertragspartner geleistet wird. Dessen Höhe entspricht der Differenz zum Preis des Underlying während der Lieferperiode.
GABi GasGrundmodell der Ausgleichsleistungen und Bilanzierungsregeln im Gassektor entsprechend dem Beschluss der Bundesnetzagentur BK7-08-002 vom 28.05.2008.
GasliefervertragLegt die konkreten Bedingungen für die Gaslieferung und den Gaspreis zwischen dem Produzenten und den Importeur des Erdgases fest. Der Produzent verpflichtet sich, das Gas zu einem vorher vereinbarten Preis und Zeitpunkt zu liefern, der Abnehmer dagegen, die vereinbarte Gasmenge auch abzunehmen. Im Gasliefervertrag wird außerdem der physische Übergabepunkt für die Gaslieferung festgelegt. Weiterhin ist im Vertrag vereinbart, wann eine Preisrevision stattfinden, in welchen Mengen zu welcher Periode geliefert/abgenommen werden (z.B. Bandlieferung, unterbrechbare Lieferung), wann der Abrechnungszeitpunkt für die gelieferten Erdgasmengen ist und welche Gasqualität geliefert werden soll. Falls der Importeur nicht die gesamte Gasmenge bei seinen Kunden absetzen kann, unterstellt er sich der sog. Take-or-Pay-Verpflichtung oder er kann die Möglichkeit des Carry Forwards nutzen. In einem Gasliefervertrag wird auch der Preis für das Erdgas festgelegt – dieser Preis ist in der Regel an diejenige (Heiz-)Energie (siehe Substitutionsenergie) gebunden, die ein Verbraucher anstelle von Erdgas nutzen würde, wenn der Erdgaspreis in die Höhe schnellt (siehe Anlegbarkeit). Gängig ist die Ölpreisbindung.
Gas-ReleaseImportgesellschaften versteigern Teile ihres über langfristige Bezugsverträge erworbenen Erdgases, um die Liquidität des Gashandels zu steigern.
Gasspeicher

In der Regel natürlich entstandene (Untertage-)Lagerstätte für Erdgas, die durch oberirdische Anlagen zum Betrieb des Erdgasspeichers ergänzt wird. Diese Anlagen regeln z.B. den Druck des Erdgases für die Ein- bzw. Ausspeicherung. Neben der eigentlichen Lagerstätte beinhaltet ein Gasspeicher noch infrastrukturelle Elemente wie z.B. Druck- und Regelanlagen als oberirdische Bestandteile der Anlage.

Es gibt verschiedene Arten von Gasspeichern: Aquiferspeicher (von Wasser umgehen), Porenspeicher (erschöpfte Erdöl-/Erdgaslagerstätten, die wiederbefüllt werden), Hohlraumspeicher wie z.B. Kavernenspeicher (ausgesolte Steinsalzkavernen oder Felskavernen) oder Bergwerksspeicher. Neben diesen großen Vorratsspeichern dienen Röhren- und Kugelspeicher als Puffer für kurzfristige Verbrauchsspitzen.
 

GaswirtschaftsjahrZeitraum vom 1. Oktober, 6.00 Uhr bis zum 1. Oktober, 6.00 Uhr des Folgejahres.
Geldkurs (Bid)Preis, zu dem ein Käufer bereit ist, Wertpapiere zu kaufen. Der Geldkurs liegt in der Regel unter dem Briefkurs.
GeLi GasGeschäftsprozesse für den Lieferantenwechsel Gas entsprechend dem Beschluss BK7-06-067 der Bundesnetzagentur vom 20.08.2007.
Geschlossene PositionDas Schließen einer offenen Position kann durch den Verkauf des entsprechenden Vertrags oder durch das Eingehen eines gleichartigen Gegengeschäftes erfolgen. Geschlossene Positionen unterliegen nicht mehr dem Preisrisiko, sondern – im zweiten Fall – allein dem Kontrahentenrisiko bzw. dem Kreditrisiko.
GPI (German Power Index)Strompreisindex des Informationsdienstes Dow Jones für den deutschen OTC-Markt. Er beschreibt Preise. Er basiert auf abgeschlossenen Verträgen für Day-Ahead- und Week-Ahead-Lieferungen innerhalb und außerhalb Deutschlands und erfasst mehr als zwei Drittel des deutschen Spotmarktes für kurzfristig gelieferten Strom. Ermittelt wird der Index durch Umfrage unter Energiehändlern.
GrenzübergabepunktDefiniert den Ort, an dem Gas von einem Transportnetz in ein anderes übergehen soll. In der Regel spricht man von einem Grenzübergabepunkt oder Importpunkt, wenn Erdgas von einem Land in ein anderes geliefert wird.
Gross Exposure (Brutto-Risikoposition)Wiedereindeckungsrisiko der offenen Positionen, wenn keine Sicherheitsvereinbarungen (Hedging) und kein Netting mit der Vertragspartei getroffen wurden. Die Risikoexposition berechnet sich als Summe von aktuellem Mark-to-Market und der geschätzten Wertentwicklung über die Laufzeit des Vertrages in Form des Credit Exposure Equivalent, bezogen auf eine einzelne Transaktion oder ein Portfolio.
Gross LimitZulässiger Umfang der offenen Positionen für eine Vertragspartei, wenn keine Sicherheitsvereinbarungen (Hedging) getroffen wurden. Es erfolgt sowohl eine Festlegung von Limiten je Berechnungsperiode als auch die Festlegung einer maximalen Vertragslaufzeit. Das Gross Exposure wird diesem Limit gegenübergestellt.
GroßhandelsmarktGütermärkte unterteilen sich meist in Großhandels- und Einzelhandelsmärkte (Wohle-Sale- und Retail Markets). Üblicherweise liefern Produzenten nicht direkt an den Endkunden, sondern an Großhändler und Börsen sowie Einzelhändler und Großhandelsakteure. Auf Großhandelsmärkten wechseln die Güter den Eigentümer, bleiben aber i. d. R. in nachgelagerten Märkten. Einzelhändler und Endverbraucher sind hingegen die Akteure des Retail Marktes, von dem die Endverbraucher das Gut dauerhaft dem Markt entziehen.
GrundlastStrom- bzw. Erdgaslieferung oder -bezug mit einer konstanten Leistung über die Lieferperiode. Siehe auch Base.
HändlerEnergiehändler kaufen oder verkaufen Energieträger (Strom, Erdgas, Kohle etc.) auf eigene Rechnung zur Erfüllung einer Lieferverpflichtung und zum Erzielen einer Gewinnmarge. Energiehändler benötigen keine physischen Assets wie beispielsweise Kraftwerke, Erdgasspeicher, Strom- oder Erdgasnetze.
HausseEin stärkerer, meist längere Zeit andauernder Anstieg von Kursen oder Marktpreisen. Der Gegensatz ist die Baisse.
Hedge-FondsInvestmentfonds, die durch regelmäßiges Umschichten ihrer Anlagen versuchen, Gewinne zu erzielen. Dies geschieht durch spekulative Transaktionen wie Termingeschäfte, Kreditaufnahmen und Leerverkäufe.
HedgingReduzierung des Risikos ungünstiger Marktentwicklungen durch das Abschließen von Handelsgeschäften. Je nach gewählter Hedging-Strategie und verfügbaren Handelsprodukten kann man sich gegen steigende oder fallende Preise, gegen ungünstige Wetterentwicklungen oder andere Risiken absichern. Zu den Grundarten des Preissteigerungsschutzes zählen Long-Geschäfte (Future, Forward, Swap, Call, Cap und Collar); als Schutzstrategien vor Preisverfall lassen sich Short-Geschäfte (Future, Forward, Swap und Collar) anwenden.
Heizöl / HELHeizöl EL (Extra Leicht) wird durch Destillation aus Erdöl hergestellt. Es ist etwas leichter als Wasser, weshalb es auf der Wasseroberfläche schwimmt. Der Heizwert beträgt rund 10,1 kWh pro Liter. Wenn ein Liter Heizöl verbrennt, kann eine Wärmemenge von 10 kWh aus den Rauchgasen entnommen werden. Der Brennwert bei 10,7 kWh ist also um rund 6% höher. Heizöl besteht aus etwa 86,5% Kohlenstoff (C) und 13,3% Wasserstoff (H). Es ist dem Fahrzeugdiesel sehr ähnlich. Schwefel ist dabei je nach Herkunft in unterschiedlichen Konzentrationen ein natürlicher Bestandteil des Mineralöles. Der maximal zulässige Schwefelanteil im Heizöl ist rechtlich normiert und darf nicht über 0,1% liegen.
Heizwert von ErdgasDie maximal nutzbare Wärmemenge, die bei vollständiger Verbrennung eines Normkubikmeters Erdgas frei wird, ohne dass es zu einer Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes kommt. Siehe auch Brennwert.
H-GasHochkalorisches Erdgas mit einem Brennwert der, je nach Herkunft, zwischen 11,0 und 12,5 kWh pro Normkubikmeter liegt. Herkunftsgebiete sind Norddeutschland und die Niederlande. Siehe auch L-Gas.
HPFC (Hourly Price Forward Curve)Eine Erweiterung der Forward Curve. Die HPFC gibt die aktuell erwarteten Preise zukünftiger Energiebezüge oder -lieferungen in hoher (bis zu stündlicher) zeitlicher Auflösung an und wird aus den aktuellen Forward- bzw. Futures-Preisen mit Hilfe von Modellen berechnet. Bei einer arbitrage-freien HPFC stimmen die jeweiligen Durchschnittspreise für zukünftige Monate, Quartale oder Jahren mit den entsprechenden Future-Preisen überein.
HubHandelsplatz für den Erdgas-Großhandel. Man unterscheidet zwischen physischen und virtuellen Hubs. Physische Hubs sind Orte, an denen mehrere Gasleitungen wie die Speichen eines Rades in einer Nabe zusammenlaufen. Dort befinden sich technische Einrichtungen, um Gasmengen von einer Gasleitung in eine andere zu transferieren und damit den physischen Handel ermöglichen. Beispiele sind der Henry Hub im amerikanischen Bundesstaat Louisiana sowie Zeebrugge in Belgien. Bei einem virtuellen Hub besteht der Handelsplatz aus einem Pipeline-System mit mehreren Ein- und Ausspeisepunkten. Die wichtigsten europäischen Gashandelsplätze NBP, TTF und NCG sind virtuelle Hubs bzw. virtuelle Punkte.
ICE (InterContinental Exchange)Die ICE in Atlanta/USA ist eine der größten elektronischen Warenbörsen für Erdgas, Erdöl, Edelmetalle, Energie sowie Wetterderivate und Eigentümerin der International Petroleum Exchange (IPE) in London.
Implizite Volatilität (Implied Volatility)Da die Volatilität eine Variable in Optionspreismodellen ist, lässt sich die implizite Volatilität eines Basiswertes mit Hilfe dieser Modelle aus den Preisen der entsprechenden Optionen bestimmen. Bei gleich bleibenden Preisen des Underlyings sind steigende Optionspreise gleichbedeutend mit höheren impliziten Volatilitäten und umgekehrt. Empirischen Untersuchungen zufolge variiert die implizite Volatilität mit der Laufzeit und dem Ausübungspreis (Strike) der jeweiligen Option. Die implizite Volatilität wird als die von den Marktteilnehmern erwartete Kursschwankungsbreite eines Basiswertes für einen bestimmten zukünftigen Zeitraum interpretiert. Auf Aktienmärkten wird die Volatilität auch als separates Produkt gehandelt.
INCOTERMS (International Commercial Terms)Zweck der INCOTERMS ist das Festlegen internationaler Regeln zur Auslegung von Vertragsformeln in Außenhandelsverträgen, die Vermeidung von Missverständnissen aufgrund unterschiedlicher Handelsgewohnheiten und das Regeln des Gefahren- und Kostenübergangs vom Verkäufer zum Käufer. Die CIF-, FOB- und CFR-Klauseln regeln Verträge für den Seetransport, etwa von Kraftwerkskohle.
Indexierung / IndexkopplungDer Preis eines Gutes wird an einen Index gebunden. Die Preise für Strom- und Gaslieferungen für einen bestimmten Lieferzeitraum können beispielsweise an einen vertraglich vereinbarten Index gebunden werden. Wichtig ist dabei, dass der verwendete Index transparent und für beide Vertragsparteien beobachtbar (d.h. veröffentlicht) ist. Die bekannteste Indexierung ist die Bindung langfristiger Erdgas-Importverträge an den Rheinschiene-Heizölpreis.
Initial MarginInstrument zur Besicherung von Intra-Day-Risiken, die sich aus Nachschussverpflichtungen an Current Liquidating Margin aus Spotmarkt-Geschäften ergeben. Die Höhe der von jedem Börsenteilnehmer zu leistenden Initial Margin wird von der ECC zu Beginn eines jeden Monats entsprechend dem sich ändernden Handelsverhalten neu festgelegt.
Interconnector UK (IUK)Pipelineverbindung zwischen Großbritannien (Bacton) und Belgien (Zeebrugge). Durch die seit Oktober 1998 in Betrieb stehende Verbindung wurde erstmals eine Verbindung zwischen dem britischen Gastransportsystem und dem kontinentaleuropäischen Leitungssystem geschaffen. Der Interconnector hat eine Länge von 235 km und einen Durchmesser von rund 100 cm. Bis zu 25 Mrd. Kubikmeter Erdgas werden pro Jahr durch diese Pipeline transportiert.
In-the-money (Im Geld)Marktpreiskonstellation, bei der es sich lohnt, eine Option auszuüben. Eine Call-Option ist In-the-Money, wenn der Marktpreis eines Basiswertes über dem Ausübungspreis (Strike) liegt. Eine Put-Option ist In-the-Money, wenn der Marktpreis des Basiswertes unter dem Ausübungspreis liegt. Die jeweils gegensätzlichen Konstellationen heißen Out-of-the-money.
Intra-day MarginSicherheitsleistung, die vom Käufer oder Verkäufer in Form von Bargeld oder Wertgutschriften noch während des Handelstages hinterlegt werden muss. Sie dient der Absicherung des Kontrahentenrisikos.
Intra-day TradingVertragsabschluß und Lieferung eines Handelsguts erfolgen innerhalb des gleichen Tages (taggleicher Handel). Siehe auch Spotmarkt und Day-ahead-Markt.
IPE (International Petroleum Exchange)Internationale Börse für den Energiehandel in London. Hier werden Futures und Optionen für das Ölprodukt Brent, Gasöl, Erdgas und seit 2004 auch für Strom gehandelt. 2001 wurde die IPE von der ICE übernommen. Der Handel erfolgt seit 2005 nur noch elektronisch (siehe auch ICE-Futures); die Kurse der IPE werden in US$ angegeben.
JAGAL (Jamal-Gas-Anbindungs-Leitung)336 km lange, im September 1999 fertiggestellte Pipeline. Sie bindet die JAMAL-Europaleitung der Gazprom an das deutsche Erdgasnetz an. Die JAGAL entstand in zwei Abschnitten: JAGAL I mit einer Länge von 111 km reicht von der polnischen Grenze über Mallnow bis Baruth, ebenfalls in Brandenburg. Die JAGAL II führt auf einer Strecke von 225 km von Baruth bis zum thüringischen Rückersdorf, wo sie auf die STEGAL trifft. Baubeginn des Abschnittes JAGAL II war im Februar 1999, im Oktober desselben Jahres ging die Ferngas­leitung in Betrieb.
KapazitätsbuchungMaximale stündliche Flussrate an einem Ein- oder Ausspeisepunkt innerhalb eines bestimmten Zeitraums, die entsprechend den Vorgaben des Netzbetreibers in Kubikmeter pro Stunde (Vn) bzw. kWh pro Stunde ausgedrückt wird. Siehe auch Marktgebiet.
KaskadierungFutureskontrakte mit längeren Lieferperioden werden am letzten Handelstag vor Beginn der Lieferperiode durch gleichwertige Futureskontrakte mit kürzeren Lieferperioden ersetzt. So werden beispielsweise drei Börsentage vor Beginn der Lieferperiode Front-Jahr- Stromfutures durch gleichwertige Monats-Futures für die Monate Januar, Februar und März sowie Quartals-Futures für das zweite, dritte und vierte Quartal ersetzt.
KavernenspeicherHohlräume in unterirdischen Salzstöcken oder Felsgestein zwecks Speicherung von Erdgas und Erdöl. Kavernenspeicher werden vorwiegend zur Abdeckung einer Nachfragespitze oder zum Ausgleich kurzfristiger Importstörungen genutzt. Die gespeicherten Gasmengen variieren zwischen 40 und 100 Mio. Kubikmeter pro Einzelkaverne. Siehe auch Porenspeicher.
KissengasDas in einem Erdgasspeicher bzw. einer Erdgas-Lagerstätte verbleibende Gas. Siehe auch Arbeitsgas.
KontrahentenrisikoTeilgröße des Adressen-Ausfallrisikos. Das Kontrahentenrisiko beschreibt das Risiko von Verlusten, die aufgrund eines eventuellen Zahlungs- oder Lieferausfalls eines Geschäftspartners entstehen.
KontraktJeweils kleinste an einer Börse handelbare Einheit im Rahmen von Festgeschäften und Optionen. Ein Kontrakt enthält bestimmte, oftmals standardisierte Merkmale und räumt beiden Vertragsparteien definierte Rechte und Pflichten ein.
KontraktpfadTransportkunden buchen einen konkreten Transportweg durch das Gasfernleitungsnetz und zahlen dafür eine zumeist entfernungsabhängige Gebühr. Weil sich der Gashandel unter diesem Netzzugangsmodell kaum ent­- wickeln konnte, wurde im Jahr 2005 das Zweivertragsmodell gesetzlich vorgeschrieben.
Kreditrisiko (Credit Risk)Risiko des Verlustes, falls ein Geschäftspartner, beispielsweise durch Insolvenz, seine Pflichten im Rahmen einer Vereinbarung gegenüber dem Gläubiger nicht erfüllt (auch: Kreditausfallrisiko, Adressen-Ausfallrisiko, seltener Adressenrisiko oder Ausfallrisiko). Das Kreditrisiko umfasst Abwicklungs- und Vorleistungsrisiken. Zum Abwicklungsrisiko gehört auch, dass sich der Marktpreis seit Abschluss des Geschäftes verändert haben kann (vgl. CEE). Das Kreditrisiko verringert sich beim Handel über eine Börse, da hier die Börse Vertragspartner ist und durch die Margin Accounts der Börsenteilnehmer ein hohes Maß an Sicherheit bietet.
Lastprofil / LastgangZeitreihe, die für jede Stunden- bzw. Viertelstunden-Abrechnungsperiode einen Leistungswert festlegt. Siehe auch Fahrplan.
LeerverkaufAuch Blankoverkauf oder Verkauf à découvert oder Short Selling. Verkauf eines Handelsguts ohne physische Deckung, d.h. ohne dass es sich im Besitz des Verkäufers befindet. Damit entsteht beim Verkäufer eine Short Position. Bei Spekulationsabsicht wird der Leerverkauf eines Futures oder Forwards in der Erwartung getätigt, dass die Preise zum Erfüllungstermin hin sinken und der Verkäufer seine Short Position damit zu einem niedrigeren Einstandskurs unter Mitnahme einer Marge auflösen kann. In der Praxis entfällt der weitaus größere Teil der Leerverkäufe auf Absicherungsgeschäfte und Arbitrage. Market Maker von Terminbörsen sichern ihr Risiko durch Leerverkäufe im Kassamarkt ab.     
Leistungs-Frequenz-RegelungDie Leistungs-Frequenz-Regelung bezeichnet ein Regelverfahren, mit dem Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) die zwischen ihnen vereinbarten elektrischen Größen (v. a. Strom- bzw. Leistungsflüsse) an den Grenzen ihrer Regelzonen im Normalbetrieb und insbesondere im Störungsfall einhalten. Hierbei strebt jeder ÜNB an, durch einen entsprechenden Eigenbeitrag seiner Regelzone sowohl die Austauschleistung gegenüber den übrigen Regelzonen im vereinbarten Rahmen als auch die Netzfrequenz in der Nähe des Sollwertes (50 Hz) zu halten.
L-GasNiedrigkalorisches Erdgas mit einem Brennwert bis 10,0 kWh pro Normkubikmeter. Herkunftsgebiete sind vor allem Norwegen und Russland. Siehe auch H-Gas.
LieferperiodeLieferzeitraum für Strom- und Gas-Forwards und Futures. Zu den Besonderheiten von Strom- und Gashandelsverträgen gehört, dass keine Lieferzeitpunkte, sondern Lieferperioden vereinbart werden. Typische Lieferperioden sind Monate (Month-Futures), Quartale (Quarter-Futures) und Jahre (Year-Futures).
Bei Erdgas kommen Seasons hinzu.
Line PackSiehe Netzpuffer.
LiquiditätDie Marktliquidität beschreibt, in welchem Umfang Produkte an einem Markt gehandelt werden können, ohne dass einzelne Transaktionen den Marktpreis wesentlich beeinflussen. Mit steigender Marktliquidität wächst das Vertrauen in den Informationsgehalt der entsprechenden Preise. Siehe auch Churn Rate.
LNG (Liquefied Natural Gas)Erdgas, welches durch Kühlung auf -161°C in den Flüssigzustand versetzt wurde. Dabei reduziert sich das Volumen auf etwa ein 1/600 des Erdgas-Volumens unter Normaldruck (Normkubikmeter), womit der Schiffstransport großer Erdgasmengen möglich wird.
LNG-Anlage / VerflüssigungsanlageAnlage, in der Erdgas durch Kühlung auf -161 °C verflüssigt und gleichzeitig gespeichert wird. Das Gas kann mit speziellen Tankern verschifft werden.
Loadfaktor / AuslastungsgradProzentuales Maß für den Auslastungsgrad von Lieferung oder Bezug (eine Zahl zwischen 0 und 1 - „Faktor“). Er gibt das Verhältnis von Benutzungsstagen bzw. Benutzungsstunden zu den 365 Tagen bzw. 8.760 Stunden eines Jahres an.
Long / Long PositionEin Marktteilnehmer ist bei einem Handelsgut „long“, wenn er von steigenden Preisen profitiert. Im Allgemeinen gilt dies für den Produzenten eines Handelsguts oder dem Inhaber eines Wertpapiers. Eine Long Position kann durch den Verkauf entsprechender Kontrakte glattgestellt werden. Gegenteil: Short Position.
Long HedgeHedging-Strategie eines Händlers im Terminmarkt. Der Händler besitzt eine physische Short Position, beispielsweise in Form einer Stromlieferverpflichtung, und sichert diese Position durch den Kauf eines Futures bzw. Forwards ab. Hierdurch vermeidet er das Risiko steigender Preise, allerdings verzichtet er auf den Vorteil zukünftiger Preissenkungen. Siehe auch Short Hedge.
LPG (Liquefied Petroleum Gas)Flüssiggas, welches vor allem aus Propan und Butan besteht – Gasen, die bei Raumtemperatur unter vergleichsweise geringem Druck flüssig bleiben. LPG ist ein Nebenprodukt der Erdölgewinnung und der Erdöl-Raffinierung.
Make-or-BuyEntscheidung eines Unternehmens, ob eine Leistung selbst erbracht (make) oder eingekauft (buy) werden soll.
Make-upVerpflichtung des Importeurs im Rahmen eines Take-or-pay-Vertrages auf Abnahme zusätzlicher Gasmengen. Nach der Nutzung der Carry-forward-Option (also des Vortrages von Mengenabnahmen in ein anderes Gaswirtschaftsjahr), ist der Importeur verpflichtet, die im Vorjahr nicht abgenommenen Gasmengen zusätzlich abzunehmen.
Margin / Margin CallSicherheitsleistung in Form von Bargeld oder Wertpapieren, die von Käufern bzw. Verkäufern an Börsen hinterlegt werden muss. Sie dient der Gewährleistung zur Erfüllung eines Termingeschäfts sowie zur Absicherung des Kontrahentenrisikos. Entwickelt sich ein Termingeschäft zu Ungunsten des Händlers und sinkt dadurch seine Margin Account unter die sogenannte Maintenance Margin, so muss er kurzfristig zusätzliche Sicherheitsleistungen erbringen.
Margin AccountHinterlegungskonto eines Marktteilnehmers an der Bör­se. Die hinterlegten Sicherheiten dienen dazu, kontinuierlich die Positionen zwischen Käufer und Verkäufer abzu- sichern. Siehe auch Additional Margin und Initial Margin.
MaRiskMindestanforderungen an das Risikomanagement (im Dezember 2005 eingeführt). Regelwerk der BAFin für das Risikomanagement in deutschen Kreditinstituten. Hierin aufgegangen sind u.a. die Mindestanforderungen an das Betreiben von Handelsgeschäften (MaH), die Mindestanforderungen an die Interne Revision (MaIR) sowie die Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft (MaK). Die MaRisk sind relevant, wenn Energiehandelsunternehmen mit einer Bankenlizenz operieren.
Market CouplingVerknüpfung mehrerer Regelzonen für Elektrizität mit dem Ziel, die Nutzung der zwischen ihnen verfügbaren Übertragungskapazitäten zu optimieren. Handelstechnisch wird das Market Coupling als sogenannte implizite Auktion ausgestaltet. Dabei werden der Stromhandel und die Zuweisung von Übertragungskapazitäten in einem gemeinsamen Prozess durchgeführt.
Market MakerHandelsteilnehmer, der sich dazu verpflichtet, jederzeit für ein bestimmtes Handelsgut einen Geld- und einen Briefkurs zu stellen. Grundsätzlich ist der Market Maker bestrebt, ein ausgeglichenes Portfolio zu halten. Dem Risiko, welches ein Market Maker eingeht, steht die Erwartung gegenüber, Gewinne aus der Differenz zwischen Geld- und Briefkurs zu erzielen.
Market TakerHandelsteilnehmer, der die vom Market Maker gestellten Preise akzeptiert.
MarktgebietErdgas-Transportnetze eines oder mehrerer miteinander verbundener Netzbetreiber. Innerhalb eines Marktgebiets können Erdgashändler als Transportkunden Kapazitäten an Einspeise- und Ausspeisepunkten buchen und flexibel nutzen und dadurch physische Gasgeschäfte abwickeln. Siehe auch Hub und virtueller Punkt.
MarktgebietsverantworticherSiehe Bilanzkreisnetzbetreiber.
Mark-to-MarketBewertungsverfahren, bei dem die offenen Positionen von Futures-Kontrakten zu aktuellen Marktpreisen bewertet werden. Der Bewertungsprozess wird täglich auf Grundlage der von der Börse berechneten Settlement Preise durchgeführt. Die Wertveränderung einer Futuresposition gegenüber dem letzten Börsentag wird dem Börsenteilnehmer in bar gutgeschrieben oder belastet (Variation Margin).
Max Takedefiniert die maximal mögliche Menge, die ein Importeur während einer bestimmten Periode abnehmen darf. Das Max Take liegt also über der ACQ (siehe auch: Annual Contract Quantity)
MCP (Market Clearing Price)Preis, zu dem beim Auktionshandel an einer Börse der Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage erfolgt, üblicherweise der Meistausführungspreis (höchstes Ordervolumen bei geringstem Nachfrageüberhang). Dieser Preis wird kurz auch als Marktpreis bezeichnet.
MIDAL (mitteldeutsche Anbindungsleitung)Mit 702 Kilometern ist die MIDAL die längste Pipeline des vom Unternehmen Wingas Transport betriebenen Leitungssystems. Die Pipeline mit einem Durchmesser von – je nach Abschnitt – 800/900 und 1.000 mm reicht von der Nordsee bis nach Süddeutschland. Ihr Bau begann im Mai 1992. Seit Ende 1993 verbindet die MIDAL die Anlandepunkte für Erdgas aus nordwesteuropäischen Lieferquellen mit den deutschen Verbrauchs­zentren.
Middle OfficeOrganisatorischer Bereich des Trading Floors, bei dem alle Informationen über Kunden, Markt und Geschäftsprozesse zusammenlaufen. Aufgabe ist die reibungslose Kommunikation zwischen dem Front Office und dem Back Office.
Min TakeDefiniert die Mindestmenge, die ein Importeur im Rahmen einer bestimmten Periode abnehmen muss, ohne Pönalen zahlen zu müssen. Das Min Take liegt unterhalb der ACQ.
MinutenreserveSiehe Regelleistung.
Nabucco

Bezeichnet ein europäisches Projekt zum Bau einer Gas-Pipeline von der Türkei bis nach Österreich. Die Pipeline wird über eine Länge von 3.300 km von der Türkei über Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Baumgarten bei Wien führen und verbindet die großen Erdgaslagerstätten der Kaspischen Region, des Nahen und Mittleren Ostens und anderer Regionen mit dem europäischen Markt. In der Endausbaustufe ist eine Kapazität von 31 Mrd. Kubikmeter geplant.

Anteilseigner sind derzeit zu gleichen Teilen die Energie-Unternehmen OMV (Österreich), MOL (Ungarn), Transgaz (Rumänien), Bulgargaz Holding (Bulgarien), BOTAS (Türkei) und RWE (Deutschland). Diese Unternehmen sind Partner in der Nabucco Gas Pipeline International GmbH mit Sitz in Wien.   

NBP (National Balancing Point)Virtueller Handelspunkt für Erdgas in Großbritannien, an dem mehr als 60 Unternehmen tätig sind. Durch die hohe Umschlaghäufigkeit am NBP und das hohe Gesamthandelsvolumen ist der NBP der europäische Handelsmarkt für Erdgas-Spot- und Termingeschäfte mit der größten Liquidität.
NCG (Net Connect Germany)Marktgebiet bzw. virtueller Handelspunkt, derzeit be­-stehend aus den Erdgas-Fernleitungen der E.ON Gastransport GmbH (ehemals Marktgebiet EGT) und der Bayernets GmbH.
Net Exposure (Netto-Risikoposition)Die Netto-Risikoposition ist die Differenz zwischen der Brutto-Risikoposition (Gross Exposure) und dem geschätzten Wert der Sicherungsgegenstände.
NettingSaldierung von Long und Short Positionen gegenüber einem Handelspartner. Siehe Counterparty Limit.
Netznutzungsbedingungen / Network-CodeRegeln zur Nutzung eines Transportnetzes. Der physische Transport von Gas erfordert die Anerkennung dieser Regularien. Die zugelassenen Nutzer des Transportnetzes werden als Shipper bezeichnet. Der Network-Code regelt u.a. die Bedingungen für den Bilanzausgleich beim Gastransport, die Planung des Transportsystems und die Vergabe von Transportkapazitäten. Siehe auch GABi Gas und GeLi Gas.
NetzpufferMöglichkeit der Speicherung von Gas durch Verdichtung in Fernleitungs- und Verteilnetzen, soweit die Verdichtung nicht zur Netzsteuerung erfolgt. Siehe auch Line Pack.
NominierungAnmeldung über die innerhalb bestimmter Zeitspannen zu transportierenden Gasmengen. Bei einer nachträglichen Änderung der angemeldeten Transportmengen spricht man von Renominierung. Siehe auch Zweivertragsmodell.
Non-Firm-ContractDer Vertrag beinhaltet die Option, eine Energielieferung oder Energieabnahme stornieren zu können. Die Stornierungsbedingungen sind im Vertrag explizit festgeschrieben.
Nord StreamIn der Planung befindliche Gaspipeline, die Russland und die Europäische Union durch die Ostsee direkt verbinden und von Wyborg nach Greifswald führen soll. Durch die Nord Stream-Pipeline sollen jährlich bis zu 55 Mrd. Kubikmeter Gas transportiert werden.
NordpoolSkandinavische Strombörse mit Sitz in Oslo und Handelsaktivitäten für Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark. Handelsbeginn 1996.
Normkubikmeter VnKubikmeter Gas bei einem Druck von 1,01325 bar, einer Luftfeuchtigkeit von 0% und einer Temperatur von 15°C (ISO 2533).
NWE (North West Europe)Siehe ARA.
Nymex (New York Mercantile Exchange)Terminbörse für Energie und Edelmetalle in Nordamerika. Dort werden unter anderem Futures und Optionen auf Rohöl, Benzin, Heizöl, Erdgas und Propan gehandelt.
Offene GaslieferungModifizierter Full-Requirements-Contract, der es dem Kunden gestattet, einen Teil seines Gasbedarfs alternativ über Handelsprodukte aufzufüllen.
Offene PositionEngagements in Festgeschäften oder Optionen, die vom Positionsinhaber vor Auslaufen der Fälligkeit noch ein Handeln erwarten lassen. Hat ein Händler eine Ware leer verkauft, so muss er die offene Position spätestens zum Termin der Lieferung decken, indem er die offene Position wieder verkauft oder die Ware, die er liefern muss, kauft. Sowohl Long Position als auch Short Position sind offene Positionen. Gegenteil: geschlossene Position.
OfferSiehe Briefkurs.
Off-PeakNiedriglaststunden im Stromnetz, im Unterschied zu den Spitzenlast- bzw. Peak-Stunden. Auf dem Deutschen Markt sind es wöchentlich 108 Stunden, und zwar von Montag bis Freitag von 0 bis 8 Uhr und 20 bis 24 Uhr sowie samstags und sonntags von 0 bis 24 Uhr.
OMEL / OMIE (Operador del Mercado Ibérico de Energia)Energiebörse für die iberische Halbinsel. Anders als auf anderen europäischen Day-ahead-Märkten erhalten Anbieter auf dem Spotmarkt neben der Vergütung für Energielieferungen auch Kapazitätszahlungen, die den Börsenhandel gegenüber dem OTC-Markt begünstigen. Dies erklärt die hohe Liquidität der spanischen Börse im Vergleich zu anderen europäischen Börsen.
OPEC-KorbMix von 13 Rohölsorten aus OPEC-Ländern, den die OPEC im Juni 2005 als offiziellen Preisindex eingeführt hat. Da der OPEC-Korb neben hochwertigen, schwefelarmen Erdölsorten auch minderwertige Sorten enthält, liegt der Preis um etwa fünf US$ unter den Preisen für Brent oder WTI.
Open SeasonVerfahren zur Klärung des Bedarfs für einen Ausbau der Pipeline-Infrastruktur.
OptionMit einer Option erwirbt ein Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht, während der Kontrakt-Laufzeit bzw. am Ende derselben zum Ausübungsdatum eine bestimmte Menge eines Gutes (Basiswert, Underlying) zu einem im voraus festgelegten Preis zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Der Verkäufer (Stillhalter) erhält den Kaufpreis der Option als Optionsprämie und hat im Falle der Ausübung der Option durch den Käufer die
Verpflichtung, den Basiswert zum Ausübungspreis zu kaufen (wenn er einen Put verkauft hatte) oder zu verkaufen (Call).

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen amerikanischen und europäischen Optionen. Die amerikanischen Optionen dürfen zu jedem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der Laufzeit ausgeübt werden, die europäischen Optionen können nur am Ende der Laufzeit ausgeübt werden.
OptionsprämieDie Optionsprämie ist der Preis einer Option. Der Wert entspricht der Summe aus innerem Wert und Zeitwert.
OTC-Markt (Over-the-Counter-Markt)Außerbörslicher Handel mit Kontrakten. Diese können an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden und sind deshalb nicht so stark standardisiert wie dies beim Börsenhandel der Fall ist. Ein Over-the-Counter-Markt ist nicht lokalisiert und besitzt keine festen Handelszeiten. Die Verhandlungen erfolgen national und international via Bildschirm- oder Telefonsysteme. Die Geschäfte werden zumeist durch Broker vermittelt. Im OTC-Markt existieren ein Spot- und ein Terminmarkt.
Out-of-the-Money (Aus dem Geld)Marktpreiskonstellation, bei der es sich nicht lohnt, eine Option auszuüben. Liegt der gegenwärtige Marktpreis eines Basiswertes unter dem Ausübungspreis, dann wird eine Call-Option mit Out-of-the-Money beschrieben. Eine Put-Option ist Out of-the-Money, wenn der Kurs des Basiswertes unter dem Ausübungspreis liegt.
Gegensatz: In-the-Money.
Peak / PeakloadStunden mit hoher Stromnachfrage (Spitzenlast). Auf dem Deutschen Markt sind es wöchentlich die 60 Stunden zwischen 8 und 20 Uhr an den Wochentagen Montag bis Freitag. Siehe auch Off-Peak.
Phelix® (Physical Electricity Index)Strompreisindex der EEX für den Day-ahead-Markt. Man unterscheidet Phelix Base und Phelix Peak. Beim Phelix Base handelt es sich um den stundengewichteten Durchschnittspreis der Stunden 1 bis 24. Er wird für alle Kalendertage des Jahres ermittelt. Der Phelix Peak ist ein stundengemittelter Durchschnittspreis für die Stunden 9 bis 20 (d.h. 8 bis 20 Uhr) der Wochentage Montag bis Freitag. Aus dem Phelix Peak und dem Phelix Base wird jeweils der Phelix Monat berechnet, das arithmetische Mittel aus allen Phelix-Werten eines Monats.
Physischer StromhandelBei Geschäften im physischen Stromhandel erfolgt ein tatsächlicher Leistungsaustausch. Es wird eine bestimmte Menge Energie zu einem definierten Preis innerhalb eines festen Zeitraums gehandelt und geliefert.
Pipeline-ProjekteZum weiteren Transport der über die geplante Ostseepipeline Nord Stream ankommenden Gasmengen sind zwei Erdgasleitungen auf dem deutschen Festland vorgesehen: Die OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung), die ab Inbetriebnahme der Nord Stream von der Ostseeküste aus in Richtung Süden Gas an die deutsch-tschechische Grenze transportieren wird, sowie die NEL (Norddeutsche Erdgas-Leitung), die ab 2012 in Richtung Westen führen soll. Ein weiteres Projekt ist die Süddeutsche Erdgasleitung (SEL), die über rd. 500 km von Burghausen an der deutsch-österreichischen Grenze bis nach Lampertheim in Hessen reichen wird.
PorenspeicherUnterirdischer Erdgasspeicher in porösem Gestein (Aquifer). Es handelt sich zumeist um ausgeförderte Erdgaslagerstätten, die zur Abdeckung saisonaler Bedarfs­schwan- ­kungen sowie als Gasreserve genutzt werden. Im Verhältnis zum Speichervolumen sind die Ein- und Ausspeiseleistungen eher klein. Siehe auch Kavernenspeicher.
Portfolio / Portefeuille (Portfoliomanagement)

Als Portfolio wird der Gesamtbestand an Verträgen eines Marktteilnehmers bezeichnet. Beim Portfoliomanagement in der Energiebranche erfolgt die Energielieferung über mehr als nur einen einzigen Vollversorgungsvertrag (Full-Requirements-Contract), wobei eine Optimierung des Bezugs über verschiedene Teilmengen und Bezugsquellen mit unterschiedlichen Konditionen, Preisen und Fristen erfolgt.

Ein Strom-Portfolio kann neben Handelsprodukten auch Erzeugungsanlagen und Preissicherungsinstrumente wie Optionen umfassen. Ein Gas-Portfolio kann neben Langfristverträgen oder Handelsgeschäften zusätzlich Flexibilitäten aus dem Zugang zu Erdgasspeichern und der Nutzung von Netzpuffern enthalten.   
 

PowernextFranzösische Strombörse mit Sitz in Paris, wo seit 2001 ein Day-ahead-Handel stattfindet.
Preisanpassungs- / PreisgleitklauselFlexible Preisbindung von langfristigen Erdgasverträgen an den Preis einer Substitutionsenergie. Der über einen Referenzzeitraum ermittelte durchschnittliche Preis der Substitutionsenergie, z.B. Heizöl, führt mit einem Zeitverzug (time lag) zur Preisanpassung und bleibt bis zum nächsten Anpassungstermin unverändert. Bei der 6-3-3- Formel beträgt der Referenzzeitraum 6 Monate. Dieser Wert wird um 3 Monate verzögert und ist dann für 3 Monate bis zum nächsten Anpassungstermin gültig.
PreisrevisionVereinbarung in einem Gasliefervertrag zur möglichen Neuverhandlung von Preisen. Auslöser einer Preisrevision kann jede Vertragspartei sein.
Put-Option / Verkaufs-OptionSiehe Option.
RegasifizierungstankerTanker, in dem LNG (verflüssigtes Erdgas) noch an Bord wieder in den gasförmigen Zustand zurückversetzt wird. Diese Technologie nutzt bisher allein der RWE-Partner US Excelerate Energy. Ein Regasifizierungsterminal ist nicht notwendig, da die notwendigen technischen Einrichtungen an Bord vorhanden sind (engl. = on board regasification). Das Erdgas kann vom Tanker beispielsweise über ein GasPort oder flexible Unterwasserleitungen in landgebundene Pipelines eingeleitet werden.
Regasifizierungs-TerminalTerminal, in dem LNG (verflüssigtes Erdgas) durch Erwärmung (Verdampfung) wieder in den gasförmigen Zustand zurückversetzt wird. Anschließend kann es in das Erdgasnetz eingeleitet werden.
Regelenergie GasEnergiemengen für den physikalischen Ausgleich (Systemstabilität) der Netze eines Marktgebiets. Man unterscheidet interne Regelenergie durch Nutzung der Netzpufferung (Line Pack) sowie externe Regelenergie, die auf Anweisung des Bilanzkreisnetzbetreibers von Transportkunden oder anderen Marktteilnehmern marktbasiert beschafft wird.
Regelenergie Strom

Weil Elektrizität nicht speicherbar ist, muss die im Stromnetz nachgefragte Last durch ein entsprechendes Leistungsangebot in jedem Augenblick gedeckt sein. Für jede Regelzone ist dafür der Netzbetreiber (ÜNB) zuständig. Er beschafft Leistungsreserven und aktiviert diese, wenn die Summe der tatsächlichen Leistungen von der Summe der angemeldeten Fahrpläne abweicht. Durch den Einsatz von Regelenergie stellt der ÜNB eine ausgeglichene Leistungsbilanz und eine stabile Frequenz im Stromnetz seiner Regelzone sicher.
Man unterscheidet:

  • Die Primärregelleistung wird automatisch europaweit dezentral bei den beteiligten Kraftwerken innerhalb von wenigen Sekunden aktiviert.
  • Die Sekundärregelleistung wird innerhalb von maximal 10 Minuten automatisch aktiviert, um sicherzustellen, dass die Fahrpläne über die Grenzen von Regelzonen eingehalten werden, und um die Primärregelreserve zu ersetzen.
  • Die Tertiärregelleistung / Minutenreserve soll die Sekundärreserve bei länger andauernden Störungen ablösen und wird manuell abgerufen.


Die Übertragungsnetzbetreiber beschaffen die Regelenergie (Leistung, Arbeit) über Auktionen, bei denen – im Unterschied zum Day-ahead-Markt – die Vergütung nach dem Pay-as-Bid-Prinzip erfolgt. Siehe auch
Ausgleichsenergie.   

RegelzoneGeographisch zusammenhängender Teil des Strom-Übertragungsnetzes, für dessen Primärregelung, Sekundärregelung und Minutenreserve jeweils ein einziger ÜNB verantwortlich ist (siehe auch: Regelenergie). Stromhändler und Großverbraucher können innerhalb einer Regelzone Bilanzkreise bilden. Deutschland ist zurzeit in vier Regelzonen eingeteilt. Das Pendant für den Erdgashandel ist das Marktgebiet.
Regionale GasversorgerZ.B. ein Stadtwerk, welches ein regionales Gebiet versorgt und keine grenzüberschreitenden Aktivitäten durchführt. Ein regionaler Versorger wird entweder durch ein Midstream-Unternehmen versorgt oder kann sich bei der Gasbeschaffung an nationalen Handelspunkten bedienen.
RestlaufzeitVerbleibende Zeit bis zum Ende der Laufzeit einer Option.
RheinschienePreisbasis von Absicherungsgeschäften für leichtes und schweres Heizöl. Verwendet werden die monatlichen Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes der Erzeugerpreise für leichtes Heizöl (HEL, 500 t) und schweres Heizöl (HS, 4050 hl) der drei Orte Düsseldorf, Frankfurt am Main und Mannheim/Ludwigshafen.
RLMRegistrierte Leistungsmessung für Erdgaskunden, die nicht nach einem Standardlastprofil  (SLP) versorgt werden.
RöhrenspeicherErdgasspeicher in parallel angeordneten Röhren mit Drücken bis zu 100 bar. Erdgasversorger nutzen diese Anlagen für den Ausgleich kurzfristiger Nachfragespitzen sowie zur Optimierung der Gasbeschaffung. Röhrenspeicher zeichnen sich im Vergleich zu Kugelspeichern dadurch aus, dass sie bei wesentlich höherem Druck betrieben werden können und niedrigere Betriebskosten als diese aufweisen.
Schiff-zu-Schiff Transfer / ship to ship transferUmladen von LNG von einem Tanker zum anderen.
Schweres Heizöl / HSSchweres Heizöl (HS oder HSL) muss im Gegensatz zu leichtem Heizöl vor der Verbrennung erwärmt werden. Über 80% des schweren Heizöls wird in der Industrie verbraucht.
SeasonsHalbjahreskontrakte für die Winter- und Sommer-Saison. Mit diesen Kontrakten lässt sich das Gaswirtschaftsjahr durch Kombination von zwei Produkten (Winterhalbjahr vom 1.10. bis zum 31.3., Sommerhalbjahr vom 1.4. bis zum 31.9.) anstelle von vier Quartalen abbilden.
SettlementAbschluss, Abwicklung und Erfüllung eines Börsengeschäftes. Es erfolgt ein Austausch von Handelsobjekt und Geldgegenwert.
SettlementpreisBeim Handel mit Optionen und Futures ist der Settlementpreis der Preis, der von der Börse am Ende jeden Börsentages zur Kontraktbewertung festgestellt wird. Er dient als Grundlage für die Mark-to-Market Bewertung und zur Berechnung der Margin Accounts.
Shipperregistrierter Nutzer eines Erdgastransportsystems.
Short / Short PositionEin Marktteilnehmer ist bei einem Handelsgut „short“, wenn er von sinkenden Preisen profitiert. Im Allgemeinen gilt dies für einen Marktteilnehmer, der ein benötigtes Handelsgut noch nicht beschafft hat. Eine Short Position kann durch den Kauf entsprechender Kontrakte glattgestellt werden. Gegenteil: Long Position.
Short HedgeHedging-Strategie eines Händlers am Terminmarkt, um sich gegen das Risiko fallender Preise abzusichern. Der Händler besitzt beispielsweise eine physische Long Position (z.B. aus der Stromerzeugung eines Kraftwerkes) und stellt sie durch den Verkauf von Futures oder Forwards glatt. Dabei vermeidet der Händler das Risiko fallender Preise, verzichtet damit allerdings auch auf den finanziellen Vorteil zukünftiger Preissteigerungen. Siehe auch Long Hedge.     
SLPStandardlastprofil.
South StreamIn der Planung befindliche russisch-italienische Erdgas-Pipeline, die u.a. auf dem Grund des Schwarzen Meeres verlaufen und dabei die russische Hafenstadt Noworossijsk mit der bulgarischen Stadt Warna verbinden soll.
South Stream soll von Bulgarien aus auf je einem Strang in Richtung Italien und Österreich weitergeführt werden. im Endausbau soll die Durchleitungskapazität etwa 30 Mrd. Kubikmeter im Jahr betragen. An dem Joint Venture sind Gazprom und der italienische Energieversorger Eni beteiligt.
Spark-SpreadSiehe Spread.
SpekulationIm Unterschied zu Hedging und Arbitrage werden bewusst risikobehaftete Positionen eingegangen in der Erwartung von Spekulationsgewinnen. Indem Spekulanten bewusst Risiken übernehmen, können andere Marktteilnehmer Risiken absichern bzw. hedgen. Über die damit verbundene Risiko-Prämie hinaus beruhen Spekulationsgewinne auf dem frühzeitigen Erkennen und Ausnutzen von vermuteten Fehleinschätzungen des Marktes, die der Markt anschließend korrigiert.
SpekulationsblaseEntsteht, wenn viele Händler in Erwartung steigender Preise Long-Positionen eingehen, ohne bei den Preiserwartungen die fundamentalen Marktgegebenheiten zu berücksichtigen. Der mit dem Aufbau der entsprechenden Positionen verbundene Nachfrageeffekt scheint die Preiserwartungen zunächst zu bestätigen und verstärkt die Blasenbildung.

Die Spekulationsblase platzt, sobald sich die Erkenntnis eines fundamental nicht mehr gerechtfertigten Preisniveaus durchsetzt. In diesem Fall werden die Long-Positionen aufgelöst und es kommt zu einem raschen Preisverfall.
Spotmarkt (Spotbörse, Kassamarkt)Großhandelsmarkt, an dem kurzfristige Geschäfte (außerbörslich oder börslich) abgeschlossen werden. Bei Spotgeschäften muss die Lieferung, Abnahme und Bezahlung innerhalb eines kurzen Zeitraumes (in Deutschland: zwei Börsentage) erfolgen. Der Spotmarkt schließt häufig 12 Stunden vor dem Tag der Kontraktausübung – so auch an der EEX. In diesem Fall handelt es sich um einen Day-Ahead-Markt. Siehe auch Intra-day Trading.
Spread

Bezeichnet allgemein die Differenz zwischen zwei Kursen.

  1. Der bid-ask-spread bezeichnet die Differenz zwischen dem besten Kauf- und Verkaufskurs für eine Ware/Wertpapier zu einem bestimmten Zeitpunkt.
  2. Ein Spread zwischen verschiedenen Handelsplätzen ermöglicht es einem Händler durch den gleichzeitigen Kauf und Verkauf von Kontrakten, für ein gleichwertiges Underlying an den verschiedenen Märkten Arbitrage-Gewinne zu erzielen.
  3. Erzeugungsmarge bei Strom, die der Differenz zwischen dem Strompreis und den Brennstoffkosten für die Elektrizitätsproduktion entspricht. Man unterscheidet:
        Spark Spread: Marge bei Gaskraftwerken;
        Dark Spread: Marge bei Kohlekraftwerken;
        Clean Spread: Marge unter Berücksichtigung der Kosten für Emissionszertifikate.    
STEGAL (Sachsen-Thüringen-Erdgas-Leitung)

320 km lange Pipeline mit einem Durchmesser von 800 mm. Sie verbindet ab dem sächsischen Olbernhau das tschechische und slowakische Leitungssystem für russisches Erdgas mit der MIDAL.

Seit Ende September 1999 ist die STEGAL ab Rückersdorf an die Erdgasfernleitung JAGAL angeschlossen. Um den steigenden Bedarf an Importkapazitäten für russisches Erdgas befriedigen zu können, ging im März 2006 der STEGAL-Loop ans Netz. Er besteht aus über eine Gesamtlänge von 97 km parallel zur ursprünglichen STEGAL verlegten Leitungsstücken und erhöht die Kapazität der Leitung um mehr als 400.000 Kubikmeter pro Stunde.    
 

StrikeIn einem Optionsvertrag vereinbarter Ausübungspreis der Option.
Strukturierte BeschaffungSiehe Portfoliomanagement.
SubstitutionsenergieDie Energieform, die im Bestimmungsland des Importeurs am stärksten im Wettbewerb mit Erdgas steht. Der Preis von Erdgas wird an diejenige Energie gekoppelt, die ein Kunde ersatzweise nutzen würde, wenn der Erdgaspreis in die Höhe schnellt.
SwapVereinbarung zwischen zwei Vertragspartnern, in der Zukunft Zahlungsströme auszutauschen. Der Vorgang ist eine reine Finanztransaktion; es erfolgt keine physische Lieferung. Die Vereinbarung definiert dabei, wie die Zahlungen berechnet werden und wann sie fließen.

Ein Beispiel für einen Swap ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien, bei dem ein variabler Preis für einen definierten Zeitraum in einen Fixpreis umgewandelt wird. Der Unterschied zum Termingeschäft beruht darauf, dass beim Swap die Preisdifferenzen in regelmäßigen Abständen ausgeglichen werden.
Swing OptionDer Käufer erhält das Recht, mehr (Swing Up) oder weniger (Swing Down) einer Handelsware zu beziehen. Swing Options werden innerhalb einer Brandbreite im Gasmarkt angewendet. Ein Swing Up ist vergleichbar mit einem Call und Swing Down mit einem Put auf eine Handelsware.
Take-or-Pay (Contract)Vereinbarung, die den Käufer verpflichtet, einen Energieträger (Strom, Erdgas) auch dann in Höhe der vertraglich vereinbarten Menge zu bezahlen, wenn das Produkt nicht in entsprechender Menge bezogen wurde. Solche Vereinbarungen dienen häufig dazu, für eine teure Infrastruktur Mindesterlöse zu generieren und die Investitionen damit finanzierbar zu machen. Siehe auch Carry Forward.
Technische AnalyseErwartungsbildung über kurzfristige Preisentwicklungen eines Handelsguts. Aus statistischen Kennzahlen und geometrischen Mustern der vergangenen Preisentwicklung werden Kauf- und Verkaufsignale abgeleitet. Die angewendeten charttechnischen Modelle sind umso zuverlässiger, je häufiger sie von anderen Händlern für ihre Handelsstrategien eingesetzt werden. Siehe auch Fundamentalanalyse.
TermingeschäftHandelsgeschäft über ein Underlying, dessen Vertragsbedingungen (Preis, Menge, Fälligkeit) zum Handelszeitpunkt festegelegt werden, dessen Erfüllung (Lieferung, Bezahlung) jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Bei einem Vertragsabschluss muss weder der Verkäufer die gehandelten Güter besitzen noch der Käufer die liquiden Mittel. Damit sind Termingeschäfte mit einem beträchtlichen Adressen-Ausfallrisiko verbunden.
TerminmarktGroßhandelsmarkt, an dem Termingeschäfte und Derivate gehandelt werden. Üblicherweise fallen am Terminmarkt das Verpflichtungs- und Erfüllungsgeschäft zeitlich auseinander. Terminprodukte auf Energie werden an den meisten Energiebörsen gehandelt.
ThermHandelseinheit auf dem Britischen Gasmarkt. 1 Therm = 105,5 GJ oder 29,31 MWh.
TickKleinste mögliche Preisänderung eines Kontrakts. Als kleinste Einheit der Preisnotierung dient der Tick als Grundlage für die Berechnung von Gewinnen und Verlusten.
Timelagbedeutet übersetzt „zeitliche Verzögerung“. In einer Preisanpassungsklausel wird für den Referenzwert der Substitutionsenergie gewöhnlich ein timelag von drei, sechs oder neun Monaten vereinbart.
Trading FloorOrt, an dem ein Handelsunternehmen seine Geschäfte ausübt. Der Trading Floor untergliedert sich in drei organisatorische Bereiche: Front Office, Middle Office und Back Office.
Trading LimitHandelsobergrenze für die Summe der offenen Positionen, bis zu denen gehandelt werden darf, wenn mit einer Vertragspartei keine Sicherheitsvereinbarungen getroffen wurden. Siehe auch Counterparty Limit.
TTF (Title Transfer Facility)Virtueller niederländischer Handelspunkt (Hub) für Erdgas.
ÜbertragungsnetzElektrizitätsnetz, das zur Übertragung elektrischer Energie zu nachgeordneten Verteilungsnetzen dient. Deutsche Übertragungsnetze haben im Allgemeinen die Spannungsebenen 220 kV und 380 kV. Die Stromnetze niedrigerer Spannungsebenen gehören i. d. R. zu den Verteilnetzen.     
UCTE (Union for the Coordination of Transmission of Electricity)Zuständig für die Koordinierung des Betriebes und der Erweiterung des Stromnetzverbundes in Europa. Mitglieder der UCTE sind 34 Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) in 22 Ländern, die über 400 Mio. Menschen in Europa mit Strom versorgen. Die skandinavischen ÜNB sind Mitglieder der NORDEL. Da die Netze der UCTE und der NORDEL nicht synchron betrieben werden, können die beiden Verbundnetze nur über Gleichstrom-Kuppelungen (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung; HGÜ) verbunden werden.    
ÜNB (Übertragungsnetzbetreiber)Betreiber eines Elektrizitäts-Übertragungnetzes, der für den sicheren und zuverlässigen Betrieb eines Übertragungsnetzes verantwortlich ist. In diesem Zusammenhang werden von ihm die Systemdienstleistungen erbracht, darunter die Sicherung der Netzstabilität (Spannung, Frequenz), die Schwarzstartfähigkeit, die Beschaffung von Regelenergie sowie Bereitstellung von Ausgleichsenergie.
Underlying (Basiswert)Güter wie Strom, Gas oder Wertpapiere, die einem Kontrakt oder einer Option zugrundeliegen. Außer den konkret lieferbaren Underlyings gibt es auch fiktive (synthetische/abstrakte) Underlyings, wobei es sich um standardisierte Handelsobjekte handelt. Diese werden als Bezugsgröße mit bestimmten Ausstattungsmerkmalen versehen. Dies ist in der Regel wegen des erhöhten Risikos der Nichtbelieferung mit großen Preisreduktionen verbunden.
Unterbrechbare LieferungLiefervertrag, bei dem sich die Parteien darauf geeinigt haben, dass in kritischen Versorgungssituationen (z.B. bei Stromengpässen oder bei extrem tiefen Temperaturen) die Lieferung an den Kunden unterbrochen werden darf. Dies ist in der Regel wegen des erhöhten Risikos der Nichtbelieferung mit großen Preisreduktionen verbunden. Der Kunde ist damit Stillhalter einer Put-Option und erhält dafür meist eine Optionsprämie in Form eines Preisnachlasses.
VaR (Value at Risk)Risikomaß, das bei einer gegebenen Wahrscheinlichkeit (z.B. 98%) und einer gegebenen Zeitspanne angibt, wie hoch der Wert eines möglichen Verlustes werden kann. Der VaR wird zur Berechnung des Verlustpotenzials von z.B. Portfolios angewandt. Die Berechnung dieses Verlustpotenzials erfolgt auf Basis marktorientierter Preise und möglicher Preisänderungen.
Variation MarginTägliche Einschusszahlungen der Händler an ein Clearing House. Die Höhe der Zahlung ergibt sich aus der Differenz zwischen Kontraktpreis und dem Tagesschlusskurs (Settlement Preis) der Börse.
VerdichterstationAnlage, die das Erdgas auf den Druck komprimiert, der für die Überwindung der Strecke bis zum Ausspeisepunkt bzw. bis zum nächsten Verdichter benötigt wird, damit das Erdgas durch die Transportleitungen fließen kann.
Verteilnetz / VerteilungsnetzElektrizitätsnetz, das zur Belieferung von Endverbrauchern mit elektrischer Energie dient. Die Spannung ist niedriger als in den Übertragungsnetzen (zwischen 230 V und 110 kV) und auch die übertragenen Leistungen sind entsprechend niedriger.
Virtueller HandelspunktHier kann Erdgas nach der Einspeisung und vor der Ausspeisung innerhalb des Marktgebietes gehandelt werden. Der Virtuelle Handelspunkt ist keinem physischen Ein- oder Ausspeisepunkt zugeordnet und ermöglicht es Käufern und Verkäufern von Gas, ohne Kapazitätsbuchung Gas zu kaufen bzw. zu verkaufen. Siehe auch Marktgebiet.
VolatilitätMaß für die Schwankungsintensität eines Wertpapierkurses oder Index um seinen Mittelwert innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Dabei gibt die Volatilität nicht die Richtung der Preisschwankungen an, sondern die Amplitude. Je höher die Volatilität, um so stärker kann der Kurs nach oben und unten ausschlagen. Man unterscheidet zwischen der historischen und der impliziten Volatilität. Während die historische Volatilität mit den zurückliegenden Preisen des Underlyings eines bestimmten Zeitraums berechnet wird und in Prozent des Underlying-Durchschnittspreises angegeben wird, ist die implizite Volatilität eine Größe, die aus den beobachteten Preisen für Optionen abgeleitet wird, und orientiert damit über die Erwartung der Marktteilnehmer bezüglich der zukünftigen Volatilität.
VolatilitätsrisikoSpeziell beim Einsatz von Derivaten spielt das Volatilitätsrisiko als eine Unterart des Marktrisikos eine entscheidende Rolle. So beeinflusst die erwartete Schwankungsbreite des zugrundeliegenden Finanzinstrumentes den Preis einer Option. Steigt die Volatilität, erhält eine Option einen höheren Wert, weil die Ausübung der Option wahrscheinlicher wird und damit ihr erwarteter Nutzen steigt.
VolllaststundenQuotient aus der Jahresenergiemenge (in kWh) und maximaler Leistung (in kW). Der Begriff wird bei Kraftwerken wie auch bei Stromverträgen verwendet. Bei der Gaswirtschaft spricht man von Benutzungsstunden.
VollversorgungsvertragSiehe Full-Requirements-Contract.
WetterderivatTerminkontrakte, bei denen es sich um einen standardisierten Handel mit Optionen oder Festkontrakten handelt und denen als Underlying Wetterbedingungen (z.B. Temperatur, Regenfall) zugrundeliegen. Unternehmen können sich damit gegen witterungsbedingte Risiken absichern. Wetterderivate werden z.B. von Strom- oder Gaslieferanten in Anspruch genommen, um sich gegen Erlöseinbußen abzusichern, die durch Mengenunsicherheiten z.B. aufgrund unvorhersehbarer Temperaturen entstehen. Wasser- oder Windkrafterzeuger sichern sich gegen ungünstige Niederschlags- oder Windverhältnisse ab. Relevant sind insbesondere der heating degree day (HDD), der cooling degree day (CDD) und die cumulative average temperature (CAT).
Whole-Sale-MarketSiehe Großhandelsmarkt.
Wobbe-IndexMaß für die Austauschbarkeit von Brenngasen. Solange Gase mit dem gleichen Wobbe-Index verwendet werden, muss die Brennerdüse nicht ausgetauscht werden, denn die Brenngase ergeben bei gleichem Düsendruck die gleiche Wärmebelastung im Brenner.
WTI (Western Texas Intermediate)Bezeichnung für eine in den USA geförderte Rohölqualität. Das leichte Rohöl zeichnet sich unter anderem durch seinen geringen Schwefelgehalt aus, wodurch es besonders hochwertig ist. An der NYMEX werden Futures und Optionen auf WTI gehandelt. Andere wichtige Ölqualitäten sind Brent oder der OPEC-Korb.
ZweivertragsmodellTransportkunden können Einspeise- und Ausspeise-Kapazitäten in Marktgebiete getrennt voneinander buchen und haben damit die Möglichkeit, über das Erdgasnetz ohne Festlegung eines Kontraktpfades Handelsgeschäfte physisch abzuwickeln. Im Rahmen des Zweivertragsmodells muss ein Vertrag über Einspeisekapazitäten mit dem Netzbetreiber abgeschlossen werden, in dessen Netz eine Einspeisung von Gas erfolgen soll. Ferner muss ein Vertrag über Ausspeise-Kapazitäten mit dem Netzbetreiber abgeschlossen werden, aus dessen Netz die Entnahme von Gas erfolgen soll.

Die Netzbetreiber ermöglichen den netzübergreifenden Transport durch interne Bereitstellung der hierzu benötigten Kapazitäten. Um die gebuchten Ein- bzw. Ausspeise-Kapazitäten für Gastransporte zu nutzen, müssen sie in einen Bilanzkreisvertrag beim Bilanzkreisnetzbetreiber eingebracht werden (Nominierung). Die Ein- und Ausspeise-Kapazitäten innerhalb eines Marktgebietes können dazu frei miteinander kombiniert werden.
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